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Migräne

Allgemein:  
Die Migräne ist meist durch einen einseitigen pulsierenden 
​Kopfschmerz charakterisiert. Frauen sind ca. 2-3 Mal häufiger von Migräneattacken betroffen. Oft treten begleitend dazu weitere Symptome, wie Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen auf. Die Migräneattacken können in ihrer Ausprägung sehr variabel sein und von 4 Stunden bis zu 72 Stunden andauern. Durch körperliche Betätigung tritt meist eine Verschlimmerung der Symptomatik ein, während dies beim Spannungskopfschmerz überwiegend nicht der Fall ist.
Der Mechanismus der Migränentstehung ist bislang noch nicht gänzlich geklärt. Es wird angenommen, dass es sich bei der Migräne um eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns handelt, die u.a. auch zu einer Erweiterung der kranialen (im Gehirn) Gefäße und damit verbundenen gesteigerten Erregbarkeit des Gehirns führt. 
Migräne
Vermittelt durch Serotonin, Stickstoffmonoxid (NO) u.a. resultiert eine  Erweiterung der Blutgefäße des Gehirns. Darüber hinaus werden weitere Entzündungs- und Schmerzmediatoren (z.B. Prostaglandine) ausgeschüttet, die zum typischen Migränekopfschmerz führen. Einige Patienten leiden vor dem Auftreten der Kopfschmerzen unter neurologischen Ausfallerscheinungen (z.B. Einschränkung des Gesichtsfeldes, Blitze sehen, etc.). Jene Ausfallerscheinungen werden, in diesem Zusammenhang, als Aura bezeichnet. Diese Aura resultiert aus einer initialen (anfänglichen) Verengung der Blutgefäße des Gehirns, wodurch es kurzzeitig zu einer Sauerstoffunterversorgung kommt. 
In einer aktuellen Studie konnte nachgewiesen werden, dass bei vielen Migräne-Patienten bestimmte Bakterienarten (Nitrat reduzierende Arten) gehäuft in der Mundflora vorkommen. Nitrathaltige Lebensmittel werden durch diese Bakterien zu Nitrit reduziert. Im sauren Milieu (z.B. im Magen) entsteht daraus Stickstoffmonoxid, welches den Migränekopfschmerz auslösen kann. Vor allem gepökelte Fleischwaren und einige Gemüsearten enthalten hohe Nitratmengen. Einige Arzneimittel, die bei koronarer Herzkrankheit eingesetzt werden, enthalten ebenfalls Nitrat  (z.B. Nitroglycerin in Nitrolingual). Stress, Hormonumstellungen, salzhaltige Speisen, Rotwein, Schokolade und lang gereifter Käse können ebenfalls Migräneattacken auslösen.
Symptome:
einseitig pulsierender Kopfschmerz, Erbrechen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Aura (neurologische Ausfallerscheinungen z.B. Blitze sehen)
Wann zum Arzt?
Beim erstmaligen Auftreten der Beschwerden, sollte ein Arzt aufgesucht und die Symptomatik ggf. neurologisch abgeklärt werden. Wenn die Migräneattacken häufiger als 3 Mal im Monat oder Kopfschmerzen an über 15 Tagen des Monats auftreten, ist ebenfalls eine ärztliche Begutachtung nötig. Sollte sich die Symptomatik deutlich verschlimmern oder ungewöhnlich starke neurologische Beeinträchtigungen auftreten, muss auch dies erneut ärztlich bewertet werden.
Therapie:
Der Therapieansatz besteht in der Reduzierung des Kopfschmerzes und ggf. der begleitenden Übelkeit.
1. Triptane: Diese Präparate sind explizit für die Behandlung des  Migränekopfschmerzes zugelassen und reduzieren diesen effektiv. Sie greifen an bestimmten Serotonin-Rezeptoren an und führen zu einer Verengung der Gefäße (im Gehirn und z.T. der Herzkranzgefäße). Sie sollten daher nur bei einer bereits diagnostizierten Migräne und keinesfalls bei Erkrankungen des Herzkreislaufsystems (z.B. PAVK, KHK, Schlaganfall) eingesetzt werden. Die Einnahme erfolgt bei Beginn des Kopfschmerzes. Eine Einnahme in der Aura kann schwerwiegende Folgen haben, da die kranialen Gefäße in der Aura schon verengt sind und eine zusätzliche Verengung über Triptane zu einer Minderdurchblutung des Gewebes führt. Patienten unter 18 und über 65 Jahren, sowie Personen mit stark eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, sollten die Einnahme vermeiden. Bei Schwangeren ist die Einnahme von Paracetamol vorzuziehen und nur bei sehr starken Beschwerden Sumatriptan (ärztliche Rücksprache erforderlich, siehe embryotox) in Erwägung zu ziehen. Patienten, die Psychopharmaka aus der Gruppe der SSRI (z.B. Citalopram, Sertralin), SNRI (z.B. Duloxetin, Venlafaxin) oder Johanniskraut einnehmen, sollten dies auch vorher ärztlich abklären lassen, da diese Präparate die Wirkung der Triptane verstärken und verlängern können.
Präparate:
2. Analgetika: 
Diese Präparate reduzieren den Schmerz und wirken zudem antientzündlich (Ausnahme Paracetamol). Folgende Wirkstoffe werden bei diesem Beschwerdebild eingesetzt: Acetylsalicylsäure. Ibuprofen  und Paracetamol. Bei Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Schwangeren im 3. Trimenon oder der Einnahme von Blutgerinnungshemmern sollten diese Arzneimittel nicht angewendet werden (Ausnahme: Paracetamol).  Acetylsalicylsäure sollte zudem nicht bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden. Paracetamol ist hingegen von Patienten mit Lebererkrankungen zu meiden. Die Einnahme sollte mit dem Einsetzen des Kopfschmerzes erfolgen, wobei entweder 1000 mg Paracetamol, 1000 mg Acetylsalicylsäure oder 400 mg Ibuprofen eingenommen werden. Eine Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein reduziert den Kopfschmerz effektiver als die Einzelsubstanzen, wobei gleichzeitig weniger Wirkstoff zur Schmerzreduktion nötig ist. Daher wird diese Kombination von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfohlen. Patienten, die empfindlich auf Koffein reagieren, sollten von der Anwendung Abstand nehmen. Folgende Dosis sollte dabei zur Reduktion des Kopfschmerzes eingenommen werden: 500 mg Acetylsalicylsäure, 500 mg Paracetamol und 100 mg Koffein (2 Tabletten Thomapyrin intensiv).  
Präparate:
3. Antiemetika: Bei Übelkeit oder Erbrechen, ist die Einnahme dieser Präparate zu empfehlen. Die chemisch definierten Wirkstoffe Dimenhydrinat und Diphenhydramin reduzieren die Übelkeit effektiv, sollten jedoch nicht von Patienten mit Prostatahyperplasie, Engwinkelglaukom, Blasenschwäche oder Epilepsie angewendet werden. Jene Wirkstoffe führen zur gesteigerten Müdigkeit und reduzieren daher das Reaktionsvermögen.
Dagegen steigern die pflanzlichen Inhaltsstoffe aus der Angelika-, Enzianwurzel, dem Tausendgüldenkraut und Wermut die Magenentleerung, sodass u.a. die eingenommen Schmerzmedikamente schneller aufgenommen werden können. Darüber hinaus reduzieren diese Präparate ebenfalls die Übelkeit und regulieren die Magen- und Darmfunktion. Sie sollten allerdings nicht bei Verengungen im Bereich der Leber oder Galle eingesetzt werden. 
Präparate: chemisch: 
                  pflanzlich:
4. Magnesium: Sollten mehr als 3 Migräneattacken pro Monat auftreten, kann die Einnahme eines Magnesiumpräparates sinnvoll sein. Hierzu werden pro Tag 2 Mal 300 mg Magnesium eingenommen. Achtung: bei einer so hohen Frequenz an Migräneattacken, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. 
Präparate:
Zusatzhinweise:
Bekannte Auslöser sind zu vermeiden. Unter Anbetracht der aktuellen Forschungsentwicklungen, werden Therapien und Naturheilverfahren, die gezielt auf die Magen- und Darmflora (z.B. F.X-Mayr-Therapie) wirken, an Bedeutung gewinnen. In diesem Zusammenhang sollte auch eine Reduktion der Nitrataufnahme erfolgen. Sowohl eine Stressreduktion und Einhaltung eines regelmäßigen Schlafrhythmus sind essentielle Bestandteile der Migränetherapie. Die tägliche Flüssigkeitsaufnahme sollte mindestens 1,5 Liter betragen. Im Akutfall können kalte Auflagen (im Stirnbereich) und die Anwendung von Pfefferminzöl (                  ) Linderung verschaffen. Die Einnahme von 250 mg Ingwerextrakt (            ) zum Beginn der Migräneattacke, kann den Kopfschmerz zudem stark reduzieren
Als homöopathische Alternativen eignen sich                         und                            .
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