Hautentzündungen

Symptome:
Rötung, Schwellung, Schmerz, Wärmestau, Juckreiz
Wann zum Arzt?
Bei chronischen Beschwerden, die über 1 Woche andauern oder akuten Symptomen, die sich trotz Selbstmedikation nicht innerhalb einer Woche gebessert haben, ist ein Arzt aufzusuchen.
Sehr großflächige Entzündungen und starke Eiterbildung sollten ebenfalls ärztlich abgeklärt werden. 
Therapie:
Die Therapieansätze erstrecken sich über die Reduktion der Entzündung, Bekämpfung der Ursache und Unterstützung der Heilung.
1. Zinkoxid: Zink bindet überschüssige Feuchtigkeit und bildet mit den Proteinen des Blutes unlösliche Verbindungen. Diese Verbindungen werden von den Bakterien aufgenommen. Da die Bakterien diese Stoffe allerdings nicht verwerten können, sterben sie ab. Zudem ist Zink ein Co-Faktor für diverse Enzyme, die die Wundheilung fördern. Aufgrund dieser Wirkmechanismen sollten Zinkpasten in keiner Hausapotheke fehlen
Präparate:
2. Gerbstoffe: Diese Stoffe gerben die Haut (Quervernetzung von oberflächlichen Proteinen) und führen  zu einem leichten Zusammenziehen der Haut. Dadurch wird die "Schutzbarriere" der Haut gestärkt, sodass weniger Mikroorganismen eindringen können. Bei nässenden Wunden sollten eher Schüttelmixturen und bei trockenen Wunden Salben angewendet werden.
Präparate:
3. Antiseptika: Desinfektionsmittel dienen zur Keimreduktion der Wunde. Povidon Iod hat dabei das breiteste Wirkspektrum, da es auch das Wachstum von Pilzen bzw. Sporen eindämmt. Patienten die unter einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) leiden, sollten auf die Anwendung verzichten. Alternativ können Octenidin und Polihexanid angewendet werden, deren Wirkspektrum ebenfalls sehr breit ist.
Präparate:
4. Lokalantibiotika: Der Wirkstoff Tyrothricin ist als einziges lokal wirksames Antibiotikum ( in der Selbstmedikation)    auf dem Markt und wird bei bakterieller Infektion mit Erfolg eingesetzt.
Präparate:
5. Hydrocortison: Dieser Wirkstoff führt zu einer Minderung der Entzündung und der Schmerzen. Da allerdings auch die Reaktionen des Immunsystems am Anwendungsort gemindert werden, ist die Anwendung besser vorher mit einem Apotheker oder Arzt abzusprechen. In der Selbstmedikation sollten diese Präparate nicht länger als 2 Wochen eingesetzt werden. Für Kinder unter 6 Jahren und Frauen im ersten Trimenon der Schwangerschaft ist die Anwendung nicht geeignet.
Präparate:
6. Kamille: Die Kamille hat antientzündliche, antibakterielle und wundheilungsfördernde Eigenschaften. Zur Anwendung eignen sich v.a. standardisierte Extrakte. Bei Verwendung von nicht arzneilich wirksamer Kamille kommt es häufiger zu allergischen Reaktionen (Korbblütler-Allergie).
Präparate:
7. Dexpanthenol: Zur Wundheilungsförderung  (v.a. gereizter Haut)kommen Dexpanthenol-haltige Präparate zum Einsatz. Der Einsatz auf offenen Wunden ist dabei allerdings zu vermeiden 
Präparate:
Zusatzhinweise:
Die Kühlung der Hautpartie verschafft Linderung. Bei häufig gereizter und wunder Haut sollte eine entsprechende Pflege erfolgen. Dabei eignen sich wirkstofffreie Cremes bzw. Cremes mir Harnstoff (bessere Befeuchtung der Haut). Präparate mit Traubenkernöl und Nachtkerzensamenöl
(                                  ) eignen sich v.a. bei Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen (Atopikern). Ölbäder mit Duschölen (                               ) können zur Linderung der Symptome beitragen. Bei offenen Wunden oder stark nässenden Wunden sollte evtl. eine Abdeckung mit Verbandmull erfolgen.
Die Austrocknung der Wunde ist zu vermeiden, da dadurch die Wundheilung negativ beeinträchtigt wird. Neuere Studien haben bewiesen, dass die körpereigenen Enzyme ein feuchtes Wundmilieu benötigen um die Erreger effektiv abtöten und den Heilungsprozess unterstützen zu können. Daher ist die Anwendung von Wundpudern nicht mehr zu empfehlen.
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Allgemein
Die Ursachen von Hautentzündungen (Dermatitiden) sind vielfältig. Überwiegend werden sie durch bakterielle Besiedlung auf vorgeschädigter Haut hervorgerufen. Durch die Hautschädigung wird die natürliche Schutzbarriere (Epithel) zerstört, sodass unerwünschte Mikrorganismen leichter eindringen können. Bei größeren Wunden ist besondere Vorsicht geboten, da sich aufgrund der hohen Anzahl an eindringenden Mikroorganismen eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln kann. 
Daher ist diesbezüglich auf einen bestehenden Tetanus-Impfschutz (Wundstarkrampf) zu achten.
Viren, Pilze und diverse Allergien können jedoch ebenfalls Hautentzündungen auslösen. Viele Bakterien- und Pilzarten bevorzugen ein feucht-warmes Milieu, weshalb sie v.a. Hautpartien besiedeln, die schlecht belüftet sind und  an denen sich Flüssigkeit staut (Hautfalten etc.).