Aphthen

Symptome: 
Auf der Mundschleimhaut zeigen sich weiße Flecken, die von einem tiefroten Rand umgeben sind. Zudem treten Schmerzen beim Essen und Schlucken auf. Die Lymphknoten im Halsbereich können angeschwollen sein.
 
 
Wann zum Arzt ?:  
Bei Autoimmunerkrankungen, Krebs, AIDS und häufiger Ausprägung der Symptomatik ist eine ärztliche Abklärung erforderlich. Treten Begleitsymptome wie Fieber oder Infektionserkrankungen (Grippe, Scharlach, Masern etc.) auf, sollte der Arzt ebenfalls aufgesucht werden. Wenn sich trotz Selbstmedikation nach 2-3 Wochen keine Besserung einstellt, muss auch dies ärztlich abgeklärt werden. 
Aus eigener Erfahrung würde ich generell den Weg zum Zahnarzt empfehlen. Die Präparate in der Selbstmedikation sind gut und reduzieren die Symptome, allerdings schafft fast ausschließlich die Behandlung beim Zahnarzt schnell und langfristig Abhilfe.  
 
 
Therapie: 
Die Behandlungsansätze reichen von desinfizierenden über lokal betäubende bis hin zu schmerzstillenden Präparaten.
 
1.Desinfizierende Zubereitungen: Diese Präparate reduzieren die Keimanzahl im Mundraum und sind bei der Behandlung der Aphthen sinnvoll, da v.a. schädliche Bakterien abgetötet werden. Die Anwendungdauer der Chlorhexidin-haltigen Präparate sollte 10 Tage nicht überschreiten. Es kann bei diesen Präparaten zu Geschmacksirritationen kommen, die sich allerdings nach dem Absetzen wieder zurückbilden. Betaisodonna wirkt stärker auf Viren, sollte allerdings von Patienten mit Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) gemieden werden.
Präparate:
 
2.Präparate mit Dexpanthenol, Kamille oder Salbei : Dexpanthenol fördert die Wundheilung. Kamille und Salbei wirken entzündungshemmend.
Präparate:
 
3.Adstringenzien: Jene Wirkstoffe binden an die Oberfläche der Wunde führen dort zu einer leichten Gerbung (Vernetzung von Proteinen). Dadurch wird die Wunde schmerzunempfindlicher und schädliche Mikroorganismen können nicht mehr ungehindert in die Wunde gelangen. Die Wirkqualität dieser Präparate ist sehr gut, weshalb diese von mir auch gerne empfohlen werden. Zu beachten ist allerdings, dass es beim ersten Auftragen zu einem sehr unangenehmen, brennenden Schmerz kommen kann. 
Präparate:
 
4.Lokalanästhetika: Dabei kommen Salben oder Gele zum Einsatz, die auf die betroffende Stelle aufgetragen werden. Die Wirkung dieser Präparate ist gut, allerdings wird die Wirkstärke bei ausgeprägter Entzündung des Mundraumes herabgesetzt. Zudem haften diese Salben und Gele aufgrund der feuchten Umgebung im Mundraum nicht ausreichend, sodass die Wirkung nach maximal  zwei Stunden aufgehoben wird. Patienten, die Allergien gegen Lokalanästhetika haben oder unter Herzrhythmusstörungen bzw. Herzinsuffizienz leiden, sollten diese Arzneimittel nicht anwenden.
Präparate:
 
5.Analgetika (schmerzstillende Arzneimittel): Diese Präparate können bei ausgeprägter Schmerzsymptomatik angewendet werden. Generell gilt, dass Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (Aspirin®) häufig unvorsichtig und unter Missachtung möglicher Kontraindikationen (Aspekte, die gegen eine Einnahme sprechen) eingenommen werden. 
Bei Schädigungen des Magen-Darm-Trakts oder asthmatischen Beschwerden sollten diese Arzneimittel nicht eingesetzt werden. Im letzten Trimenon der Schwangerschaft sollte auf diese Präparate ebenfalls verzichtet werden. Diclofenac ist außerdem möglichst von Personen mit Herzerkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen zu vermeiden. Acetylsalicylsäure ist hingegen für Kinder unter 12 Jahren ungeeignet. Diese vier Wirkstoffe können die Wirkung von Blutgerinnungshemmern verstärken.
Paracetamol ist ebenfalls ein Schmerzmittel, weist diese Interaktionen jedoch nicht auf.. Allerdings sollten Personen mit Leberschäden auf die Einnahme von Paracetamol verzichten.
Präparate:
 
6.Lokale Corticoide: Nach Absprache mit dem behandelnden(Zahn-)Arzt kann bei häufigen Rezidiven (Rückfällen) die Anwendung von lokalen Corticoiden in Erwägung gezogen werden.
Zusatzhinweise:
Bei besonders starken Symptomen oder häufiger Symptomatik ist der Gang zum Arzt immer sinnvoll.
Scharfe, sowie harte, saure  oder salzige Speisen bzw. Getränke sind zu vermeiden. Auch auf Stress, Nicotin und Alkohol
sollte verzichtet werden. Wenn die Nahrungsaufnahme starke Probleme bereitet, ist Babykost empfehlenswert. Das Kauen von gerbstoffhaltigen Früchten (z.B. Heidelbeeren) kann den Heilungsverlauf unterstützen. Die Speichelbildung kann durch Kaugummis oder weiche Lutschpasillen angeregt werden und verschafft zusätzlich Linderung. Ein Zink- und Vitamin A-Mangel wird häufig bei Patienten mit Aphthen beobachtet. In Absprache mit dem Arzt oder Apotheker können spezielle Vitaminpräparate die Heilung unterstützen und einen Rezidiv verhindern. Schwangere dürfen allerdings keine Vitamin A Präparate ohne Rücksprache mit dem Arzt zuführen.
 
 
 
 
 
 
Allgemein: 
Bei Aphthen handelt es sich um eine Erkrankung der Mundschleimhaut. Sie zeichnen sich durch eine linsengroße Abschürfung der Mundschleimhaut aus. Diese Abschürfung verfärbt sich mit der Zeit zu einem weißen Belag, wobei die Randbereiche tiefrot gefärbt und sehr schmerzempfindlich sind. Der weiße Belag entsteht durch lokale Blutgerinnung, die durch die Thrombocyten vermittelt wird. Sie treten vermeht bei einer geschwächten Immunabwehr (AIDS, Krebs, Kortison-therapie), Stresssituationen und Hormonschwankungen auf. Auch ein Biss in die Mundschleimhaut oder kleine Verletzungen durch Lebensmittel können die Ursache sein. Das Essen und Schlucken wird häufig durch Schmerzen begleitet. Eine ausgeprägte Mundhygiene beeinflusst den Heilungsprozess positiv. In der Regel heilen die Aphthen innerhalb von 1 bis 3 Wochen spontan aus.
Aphthe, Aphthen, Stomatitis, stomatitis aphthosa, Entzündungen im Mund