Neurodermitis

Allgemein: 
Neurodermitis (auch atopisches oder endogenes Ekzem) entsteht infolge
einer chronischen Entzündungsreaktion der Haut. Die Ursachen dieser
Erkrankung sind bislang nicht gänzlich geklärt. Eine genetische Vorbelastung
begünstigt die Entwicklung der Krankheit. Zudem  ist auch eine  
allergische Komponente vorhanden. Dementsprechend häufig tritt die
Erkrankung bei Patienten mit Asthma, Pollen- oder Lebensmittelallergien auf.  
Permanenter Stress kann den Ausbruch der Krankheit einleiten oder den
Symptomkomplex verschlimmern. Häufig manifestiert sich die  Erkrankung
schon im Kindesalter (Milchschorf). Infekte, Wetterwechsel (v.a. Herbst-
Winter), sowie der Kontakt mit potentiellen Allergenen, können zudem zur Verschlechterung des Hautzustandes beitragen. Die Erkrankung kann sich bei verschiedenen Personen unterschiedlich äußern. Die Kombination einiger Arzneimittel kann zu Hauterscheinungen führen, die der Neurodermitis sehr ähnlich sind (z.B. ACE-Hemmer und Allopurinol, Penicilline)
Symptome:
sehr trockene Haut, Rötung der Haut, starker Juckreiz, blutende aufgekratzte Bereiche, z.T. nässende Wunden  
flächenmäßige Verdickung der Haut und Vergröberung der Hautstruktur (Lichenifikation), häufig im Bereich der Gelenke, Nacken, Hals und Körperstamm
Wann zum Arzt?
Zur Sicherung der Diagnose, sollte bei o.a. Beschwerden immer ein Arzt aufgesucht werden.
Bei sehr starken Beschwerden, die sich mit der üblichen Therapie oder Selbstmedikation nicht mehr eindämmen lassen, ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen. Besteht der Verdacht einer Arzneimittelnebenwirkung, sollte dies mit dem Apotheker oder Arzt abgeklärt werden.
Therapie:
Der Therapieansatz besteht in der symptomatischen Behandlung. Die Ursache der Erkrankung lässt sich nicht mit den Präparaten der Selbstmedikation behandeln.
1. Reinigung: Die Reinigung der Haut mit rückfettenden und pH neutralen Waschlotionen verhindert ein Austrocknen der Haut und entfernt eventuell vorhandene Kontaktallergene sanft. 
Präparate:
2. Rückfettende Präparate: Trockene Hautareale werden vermehrt durch Juckreiz begleitet und neigen aufgrund der gestörten Hautstruktur zu Entzündungen.  Zur Pflege dieser Hautbereiche eignen sich rückfettende Salben, Cremes und Öle, die die Haut wieder rehydratisieren und die natürliche Hautbarriere in ihrer Funktion unterstützen. 
Die Anwendung sollte jeweils nach jeder Reinigung und mindestens 2-3x täglich erfolgen.
Präparate:
3. Harnstoff: Harnstoff unterstützt die Rehydrierung (Befeuchtung) der Haut. Entzündete Hautareale können durch Harnstoff unangenehm gereizt werden. 
Präparate:
4. Hydrocortison: Dieser Wirkstoff führt zu einer Minderung der Entzündung und  Schmerzen. In der Selbstmedikation sollten diese Präparate nicht länger als 2 Wochen eingesetzt werden. Für Kinder unter 6 Jahren und Frauen im ersten Trimenon der Schwangerschaft ist die Anwendung nicht geeignet.
Präparate:
5. H1-Antihistaminika: Diese Präparate hemmen die Histaminreaktionen im gesamten Körper, weshalb sie u.a. auch müde machen. Es wird zwischen alten (Dimetinden, Azelastin etc.) und modernen (Loratadin, Cetirizin, Ketotifen, Fexofenadin,Levocetirizin, Desloratadin) Antihistaminika unterschieden. Die ältere Generation ist für ältere Patienten nicht geeignet, da es zu stärkeren unerwünschten Wirkungen auf den Kreislauf kommen kann. Zudem sind die Wirkstoffe der älteren Generation von Patienten mit Engwinkelglaukom (Grüner Star), Prostatavergrößerung und Herzrhythmusstörungen zu meiden. 
Cetirizin ist hingegen bei Niereninsuffizienz nicht das Mittel der Wahl, während man Loratadin nicht bei Leberfunktionsstörungen einnehmen sollte. 
Die Einnahme der Antihistaminika sollte in der Zeit der Allergieexposition regelmäßig, 1 x täglich vorzugsweise vor dem Schlafengehen, erfolgen.
Präparate:
6. Lokalanästhetika: Bei starkem Juckreiz, kann die Anwendung eines Lokalanästhetikums Linderung verschaffen. Diese Präparate wirken auf der entsprechenden Hautpartie betäubend und unterdrücken den Juckreiz. Die Wirkung beschränkt sich dabei lediglich auf das Symptom "Juckreiz" und behebt nicht die Ursache, weshalb die Anwendung nur bei starker Beeinträchtigung durch den Juckreiz empfehlenswert ist.
Präparate:
7. Gerbstoffe: Diese Stoffe gerben die Haut (Quervernetzung von oberflächlichen Proteinen) und führen  zu einem leichten Zusammenziehen der Haut. Dadurch wird die "Schutzbarriere" der Haut gestärkt, sodass weniger Mikroorganismen bzw. Allergene eindringen können. Bei nässenden Wunden sollten eher Schüttelmixturen und bei trockenen Wunden Salben angewendet werden.
Präparate:
Zusatzhinweise:
Die betroffenen Hautareale sollten stets gepflegt werden, wobei sich die Pflegeintensität nach dem aktuellen Hautzustand richten sollte. Für die entzündeten Hautareale sind wirkstoffhaltige Salben vorzuziehen, während die symptomfreien Hautbereiche mit wirkstofffreien Salben behandelt werden sollten. Die Salben sollten nicht zu dünn aufgetragen werden. Präparate mit Traubenkernöl und Nachtkerzensamenöl
(                                  ) eignen sich v.a. bei Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen (Atopikern). Ölbäder können zur Linderung der Symptome beitragen.  Zur Unterstützung der optimalen Lipidzusammensetzung der Haut, können Kapseln mit ungesättigten Fettsäuren (z.B                 .                        ) dienen . 
Um unnötige Verletzungen durch das Aufkratzen der Wunden zu vermeiden, sollten die Fingernägel kurz gehalten werden. Ein Allergietest kann potentielle Auslöser entlarven. Säuglinge, deren Eltern an Neurodermitis erkrankt sind, sollten bis zum 4. Monat ohne Zufütterung gestillt werden. Synthetikmaterialien und Wolle sollten vermieden werden. Baumwollkleidung ist stattdessen vorzuziehen.
Evtl. kann eine Lichttherapie (UV-A-Strahlung) eine sinnvolle Therapieergänzung sein. Da viele Hauterkrankungen durch Stress und ungesunde Lebensgewohnheiten hervorgerufen werden können, kann durch den gezielten Einsatz von Entspannungstechniken, eine deutlicher Besserung der Symptome erfolgen.
Als homöopathische Therapiealternative kann                                 angewendet werden.
Neurodermitis, Ekzem, atopisches Ekzem, endogenes Ekzem, Dermatitis, Allergien