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Sodbrennen

Allgemein: 
Sodbrennen wird durch aufsteigenden sauren Magensaft ausgelöst. Das Sodbrennen
zeichnet sich durch ein brennendes Gefühl im Bereich des Oberbauchs aus.
Vereinzelt kommt es auch zum sauren Aufstoßen.
Die Beschwerden verschlimmern sich meist im Liegen, wobei es auch zur
Regurgitation (Zurückfließen von Magensaft in den Mund) kommen kann.
Sodbrennen ist ein häufiges Symptom der Refluxkrankheit, die durch eine  Störung
des unteren Schließmuskels , sowie einer eingeschränkten Peristaltik
(Selbstreinigungsfunktion) der Speiseröhre entsteht. Dadurch kann der saure
Magensaft ungehindert in die Speiseröhre übergehen bzw. dort länger verbleiben.
Die Entstehung der primären Sphinkterinsuffizienz (Schließmuskelstörung) ist bislang unbekannt. Dagegen kann die sekundäre Sphinkterinsuffizienz durch Alkoholmissbrauch, diabetische Störungen oder eine ausgeprägte Magenentleerungsstörung verursacht werden. 
Bei Schwangeren entsteht der Reflux häufig aufgrund des erhöhten Drucks im Bauchraum und der dauerhaft erhöhten Gestagenkonzentration (schwangerschaftserhaltende Hormone). Gestagene beeinträchtigen sowohl die Funktion des Schließmuskels als auch die Peristaltik des Ösophagus (Speiseröhre). 
Die Anwendung von Schmerzmitteln (z.B. Aspirin, Ibuprofen etc.) oder Bisphosphonaten (z.B. Risedronat) kann die Übersäuerung und die damit verbundenen Symptome begünstigen. 
Ein dauerhaft erhöhter Reflux kann die Speiseröhre nachhaltig schädigen (bis hin zum Barrett-Ösophagus). 
Symptome:
Oberbauchbeschwerden, Druck- und Völlegefühl, krampfartige Beschwerden nach dem Essen
Wann zum Arzt?
Wenn die Beschwerden chronisch (täglich oder mehrmals wöchentlich) auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden
Sollten zusätzlich Schmerzen in der Brust auftreten, ist ebenfalls ein Arzt hinzuzuziehen​.
Therapie:
Der Therapieansatz besteht in der Neutralisierung bzw. Reduktion der Magensäure.
1. Antazida: Diese Präparate neutralisieren die Magensäure und eignen sich daher zur Akutbehandlung der Symptome (kurzfristige Behandlung). Die Anwendung erfolgt dabei 1-2 Stunden nach der Mahlzeit bzw. vor dem Schlafengehen.  Da die Wirkstoffe die Aufnahme anderer Arzneimittel beeinträchtigen können, sollte ein Einnahmeabstand von 2 Stunden (zwischen den Antazida und den anderen Arzneimitteln) eingehalten werden. Sowohl die Wirkdauer als auch die Wirkstärke ist, im Vergleich zu den PPI und H2-Antihistaminika, geringer. Die flüssigen Antazida haben im Vergleich zu den Tabletten meist eine höhere Säurebindungskapazität und wirken daher etwas stärker. Dabei sollten jedoch stets die Dosierungsangaben des Herstellers eingehalten werden, da eine zu starke Neutralisation der Magensäure (häufig bei Kaisernatron) zu einer reflektorisch gesteigerten Säurebildung führt. Einige dieser Präparate enthalten Aluminiumsalze. Auch wenn das Risiko der Aluminiumresorption aus Antazida bislang als gering eingestuft wird, sollten insbesondere Brustkrebs- und Demenzpatienten auf die Anwendung dieser Präparate verzichten.
Bei Schwangeren ist die Einnahme aluminiumhaltiger Substanzen umstritten. Riopan® ist ein sogenanntes Schichtgitterantazidum, das u.a. Aluminium enthält, für Schwangere zugelassen ist und auch von Embryotox empfohlen wird. Carbonathaltige Wirkstoffe können dagegen zu unerwünschtem Aufstoßen führen. Als aluminiumfreie Alternative eignet sich für Schwangere und natürlich auch andere Patienten Gaviscon®dual, das neben Kalium- und Calciumhydrogencarbonat auch Natriumalginat enthält. Das Natriumalginat schwimmt dabei auf dem Mageninhalt und verhindert dadurch einen Rückfluss in die Speiseröhre.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und Kinder unter 12 Jahren sollten auf die Einnahme der Antazida verzichten.
Präparate:                                                                                    
 
alle aufgeführten Präparate sind zur kurzfristigen Behandlung von Schwangeren geeignet.
2. Protonenpumpenhemmer (PPI): Die PPI wirken  auf die Funktion der Belegzellen, wobei sie eine höhere Wirkstärke und längere Wirkdauer im Vergleich zu den Antihistaminika haben (8h vs 1-7d). Sie sollten ca. 30 Minuten vor einer Mahlzeit oder vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Dies ist besonders wichtig, da die Belegzellen überwiegend nachts oder nach einer Mahlzeit aktiv sind. Der Wirkstoff muss allerdings erst über den Darm aufgenommen werden, um zu den Belegzellen zu gelangen (daher 30 Minuten Abstand zur Mahlzeit). Erfolgt die Einnahme abweichend, so ist mit einer geringeren Wirkung zu rechnen.
Die PPI haben  keinen Soforteffekt. Zur Überbrückung kann anfangs ein Antazidum genommen werden, das mit der einsetzenden Wirkung der PPI abgesetzt wird (in der Regel am nächsten Tag). 
In der Selbstmedikation sollte die Anwendung nicht länger als 14 Tage erfolgen.​ Wenn diese Präparate längere Zeit eingenommen werden, kann die Aufnahme von Magnesium (vermehrte Wadenkrämpfe) und Vitamin B12 (erst bei 2-3 jähriger PPI-Einnahme) reduziert werden. Zusätzlich sollten die Präparate nach dem dauerhaften Einsatz ausgeschlichen werden (kein abruptes Absetzen), da ansonsten eine reflektorisch erhöhte Säureproduktion die Beschwerden wieder aufflammen lässt. 
Protonenpumpenhemmer weisen einige Wechselwirkungen (bei Omeprazol stärker ausgeprägt als bei Pantoprazol) z.B. mit Antimykotika, einigen Antidepressiva, Atazanavir, Benzodiazepinen, Clopidogrel etc. auf.
Schwangere und Personen unter 18 Jahren sollten diese Präparate ebenfalls nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen.
Präparate:
3. H2-Antihistaminika: Im Gegensatz zu den Antazida neutralisieren die H2-Antihistaminika die Magensäure nicht, sondern beeinflussen die Produktion der Magensäure in den Belegzellen (Zellen, die für die Produktion der Magensäure verantwortlich sind) des Magens. Diese Präparate haben ebenfalls keinen Soforteffekt, da die vorhandene Magensäure nicht neutralisiert, sondern lediglich die Neuproduktion reduziert wird. 
Kinder unter 16 Jahren und Schwangere sollten diese Präparate nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen. 
Präparate:
Zusatzhinweise:
Sowohl Rauchen (Nikotin erschlafft die Speiseröhrenmuskulatur) als auch fettreiche Speisen und übermäßiger Kaffee- bzw. Schwarzteekonsum reizen den Magen und sollten daher vermieden werden.
Pflanzliche Prokinetika (              ) fördern die Magenentleerung und können zudem lindernd wirken (siehe Magenschmerzen)
Kamillen- oder auch Lindenblütentee können zur Beruhigung des Magens eingesetzt werden. Das Kauen von trockenem Brot oder Nüssen und das Trinken warmer verdünnter Milch kann bei akutem Sodbrennen helfen. Zudem sollte auf engsitzende Kleidung verzichtet werden, die ebenso wie Übergewicht den Druck im Bauchraum erhöht und daher die Schließmuskelfunktion der Speiseröhre übermäßig strapaziert. Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper lindert die Beschwerden ebenfalls, da die Schwerkraft ausgenutzt und der saure Magensaft weniger in die Speiseröhre aufgenommen wird.
Als Homöopathische Alternative kann                          dienen.
Sodbrennen, Reflux, Magenbrennen, saures Aufstoßen, Magenschmerzen
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