Nackenschmerzen ? Einige Tipps gegen den "Handynacken"


Nackenschmerzen treten recht häufig auf, ca. 9-22 % der Bevölkerung (abhängig von der betrachteten Population) leiden unter Nackenschmerzen. Davon entwickeln ca. 5- 10% chronische Schmerzen (> 12 Wochen Symptome) [1]. Im Laufe des Lebens leidet mindestens jeder zweite einmal unter Nackenschmerzen [2]. An der Schmerzentstehung sind zumeist sowohl Bereiche des Halses als auch die Wirbelsäule und angrenzende Weichteile beteiligt, weshalb in der Anamnese oftmals nicht eindeutig zu erkennen ist, woher der Schmerz kommt. Allerdings konnten einige Risikofaktoren identifiziert werden. Das häufige Absenken/Beugen des Kopfes („Handynacken“), die Sitzposition, Erschütterungen (Unfall) und das Heben schwerer Lasten können das Auftreten von Nackenbeschwerden begünstigen. Darüber hinaus können auch psychische Belastungen derartige Symptome verursachen [1]. Die Schmerzen strahlen zum Teil in den Hinterkopf und in die Arme aus, wobei u.a. auch Bewegungseinschränkungen auftreten können. Oftmals sind die Beschwerden selbstlimitierend und klingen nach einigen Tagen ab. Bei besonders starken und plötzlich einsetzenden Nackenschmerzen, ohne einen entsprechenden Auslöser, ist Vorsicht geboten. Wenn zudem die Körpertemperatur erhöht ist (Fieber), sollte ein Arzt aufgesucht werden, da dies ein Anzeichen einer Meningitis (Hirnhautentzündung) sein kann.

Laut der aktuellen Leitlinie wird bei akuten Beschwerden die Einnahme von Paracetamol (ggf. Ibuprofen oder Diclofenac wenn die Wirkung nicht ausreicht) empfohlen. Sportliche und Alltagsaktivitäten sollen möglichst bald wieder aufgenommen werden. Bei chronischen Nackenschmerzen hat die krankengymnastische Behandlung die höchste Erfolgsrate. Die Daten zum Effekt der Massagen lassen keine eindeutige Aussage zu. Erfahrungsgemäß haben Massagen zumeist nur einen kurzfristigen Effekt [2]. Allerdings kann diese kurzfristige Wirkung gezielt genutzt werden, um den Schmerzzyklus kurzzeitig zu unterbrechen [3]. Darüber hinaus kann zusätzlich die Anwendung von Wärme Linderung verschaffen [2]. Vereinzelt wird auch die Anwendung von Nackenbandagen (Bsp. STAUDT-Bandage) propagiert, die durch eine „Mikromassage“ die Muskulatur lockern und den Lymphabfluss verbessern sollen. Bei stärkeren Verspannungen ist dieser Effekt allerdings meist nicht ausreichend.

[1] Pool, J.J.M., Rubinstein S., M., Van Tulder M. Anerkannte Evidenz der Wirksamkeit konservativer Behandlungen akuter und chronischer Nackenschmerzen, Manuelle Medizin 2005

[2] Scherer M., Plat E., Wollny, DEGAM-Leitlinie Nr. 13 – Diagnostik und Therapie von Nackenschmerzen

[3] König S. A., Spetzger U., Degenerative Erkrankungen der Halswirbelsäule , Springer Verlag 2014

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