Schwindel, ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen !


Schwindel (Vertigo) ist ein Oberbegriff für eine Orientierungsstörung im Raum.

Man kann ihn ebenfalls als eine Wahrnehmungsstörung aufgrund einer

widersprüchlichen Wahrnehmung verschiedener Sinnesreize bezeichnen.

Der Begriff Schwindel ist relativ ungenau, da dieses Symptom viele Ursachen

haben kann.

Das Gleichgewicht wird sowohl durch die Aufnahme verschiedener

Sinnenreize, wobei drei (visuell, vestibulär, propriozeptiv) von entscheidender

Bedeutung sind, als auch durch die Verarbeitung der Reize im Gehirn reguliert.

Prinzipiell kann der Schwindel auf 2 Arten entstehen.

1. Funktionsstörung eines Sinnessystems (periphere Verarbeitungsstörung): Die exakte Abstimmung der

visuellen, vestibulären (den Gleichgewichtssinn betreffend) und propriozeptiven (Dehnungsrezeptoren in der Tiefenmuskulatur, z.B. Nackenmuskulatur) Sinnessysteme ist durch den Ausfall eines dieser Sinnessysteme gestört.

Die Folge kann die Entwicklung eines Drehschwindels sein, wobei das zentrale Nervensystem geringe Störungen meist gut kompensieren kann,

2. Verarbeitungsstörung der Sinnenreize (zentrale Verarbeitungsstörung): In diesem Fall sind die Sinnessysteme intakt, werden allerdings falsch verarbeitet oder interpretiert. Daraus resultieren schließlich Widersprüche der Sinneseindrücke und Schwindelgefühle. Die Ursachen dieser Verarbeitungsstörung können mannigfaltig sein (u.a. Infektionen, Störungen des Stoffwechsels, Durchblutungsstörungen, Kreislaufprobleme, Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen, Hirnschäden, Tumore)

Die Kombination von peripheren und zentralen Verarbeitungsstörungen ist ebenfalls möglich, tritt allerdings eher bei älteren Patienten auf. Durch dieses Konzept lässt sich auch der Schwindel bei der Reisekrankheit (Kinetose) oder Höhenkrankheit erklären. Um den Schwindel näher einordnen zu können sollte zuerst geklärt werden, ob es sich um einen systematischen oder unsystematischen Schwindel handelt (siehe Abbildung 1).

Der systematische Schwindel hat eine eindeutige Richtungs- bzw. Bewegungskomponente oder kann zumindest vom Patienten klar beschrieben werden. Unsystematische Schwindelattacken sind kein Fall für die Selbstmedikation, sofern dies nicht zuvor ärztlich abgeklärt wurde.

Der systematische Schwindel kann versuchsweise mit Hilfe der Selbstmedikation therapiert werden.

Der gutartige benigne Lagerungsschwindel (Otolithen-Schwindel /Otholithen sind Ohrkristalle) zählt zwar ebenfalls zum systematischen Schwindel, sollte allerdings nicht mit Antihistaminika behandelt werden, da diese den Heilungsprozess verzögern. Er zeichnet sich durch einen kurzzeitig (30 s - 1 min) einsetzenden Drehschwindel aus, der vornehmlich in der Nacht und nach einer Lageveränderung einsetzt. Durch schnelle Kopfbewegungen lässt sich dieser Schwindel auslösen.

Insbesondere ein niedriger Blutdruck kann häufiger Schwindelattacken auslösen, da dabei u.a. das Gehirn nicht ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Darüber hinaus können auch viele Arzneimittel (u.a. Bluthochdruck-Medikamente, Antidepressiva, Antiepileptika, Parkinsonpräparate) Schwindel verursachen.

Abb. 1 Differenzierung verschiedener Schwindelarten (Abb. nach R. Probst Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde)​

Zur Selbstmedikation

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