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Schwindel

Allgemein: 
Schwindel (Vertigo) ist ein Oberbegriff für eine Orientierungsstörung im Raum.
Man kann ihn ebenfalls als eine Wahrnehmungsstörung aufgrund einer 
widersprüchlichen Wahrnehmung verschiedener Sinnesreize bezeichnen.
Der Begriff Schwindel ist relativ ungenau, da dieses Symptom viele Ursachen 
haben kann.
Das Gleichgewicht wird sowohl durch die Aufnahme verschiedener 
Sinnenreize, wobei drei (visuell, vestibulär, propriozeptiv)  von entscheidender 
Bedeutung sind, als auch durch die Verarbeitung der Reize im Gehirn reguliert.
Prinzipiell kann der Schwindel auf 2 Arten entstehen.
1. Funktionsstörung eines Sinnessystems (periphere Verarbeitungsstörung): Die exakte Abstimmung der
visuellenvestibulären (den Gleichgewichtssinn betreffend) und propriozeptiven (Dehnungsrezeptoren in der Tiefenmuskulatur, z.B. Nackenmuskulatur) Sinnessysteme ist durch den Ausfall eines dieser Sinnessysteme gestört.
Die Folge kann die Entwicklung eines Drehschwindels sein, wobei das zentrale Nervensystem geringe Störungen meist gut kompensieren kann,
2. Verarbeitungsstörung der Sinnenreize (zentrale Verarbeitungsstörung): In diesem Fall sind die Sinnessysteme intakt, werden allerdings falsch verarbeitet oder interpretiert. Daraus resultieren schließlich Widersprüche der Sinneseindrücke  und Schwindelgefühle. Die Ursachen dieser Verarbeitungsstörung können mannigfaltig sein (u.a. Infektionen, Störungen des Stoffwechsels, Durchblutungsstörungen, Kreislaufprobleme, Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen, Hirnschäden, Tumore)
Die Kombination von peripheren und zentralen Verarbeitungsstörungen ist ebenfalls möglich, tritt allerdings eher bei älteren Patienten auf. Durch dieses Konzept lässt sich auch der Schwindel bei der Reisekrankheit (Kinetose) oder Höhenkrankheit erklären. Um den Schwindel näher einordnen zu können sollte zuerst geklärt werden, ob es sich um einen systematischen oder unsystematischen Schwindel handelt (siehe Abbildung 1).
Der systematische Schwindel hat eine eindeutige Richtungs- bzw. Bewegungskomponente oder kann zumindest vom Patienten klar beschrieben werden. Unsystematische Schwindelattacken sind kein Fall für die Selbstmedikation, sofern dies nicht zuvor ärztlich abgeklärt wurde. 
Der systematische Schwindel kann versuchsweise mit Hilfe der Selbstmedikation therapiert werden. 
Der gutartige benigne Lagerungsschwindel (Otolithen-Schwindel /Otholithen sind Ohrkristalle) zählt zwar ebenfalls zum systematischen Schwindel, sollte allerdings nicht mit Antihistaminika behandelt werden, da diese den Heilungsprozess verzögern. Er zeichnet sich durch einen kurzzeitig (30 s - 1 min) einsetzenden Drehschwindel aus, der vornehmlich in der Nacht und nach einer Lageveränderung einsetzt. Durch schnelle Kopfbewegungen lässt sich dieser Schwindel auslösen.
Insbesondere ein niedriger Blutdruck kann häufiger Schwindelattacken auslösen, da dabei u.a. das Gehirn nicht ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Darüber hinaus können auch viele Arzneimittel (u.a. Bluthochdruck-Medikamente, Antidepressiva, Antiepileptika, Parkinsonpräparate) Schwindel verursachen.
 
 
Abb. 1 Differenzierung verschiedener Schwindelarten (Abb. nach R. Probst Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde)
 
Symptome:
Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
Wann zum Arzt?
Wenn die Schwindelattacken gehäuft vorkommen und jeweils > 1 Stunde andauern, sollte ein Arzt konsultiert werden. Sollte der Kopf zuvor ein Trauma (Gewalteinwirkung auf den Kopf) erlitten haben und zudem Schwindel auftreten, ist dies ebenfalls ärztlich abzuklären.
Wird der Schwindel durch eines der folgenden Symptome begleitet, so muss auch dies durch einen Arzt begutachtet werden: Fieber > 39 °C, Lähmungserscheinungen, Ohrgeräusche, Hörminderung, Sehstörung, starke Kopfschmerzen. Bei Schwindelattacken und zusätzlicher Symptome im Bereich der Ohren, sollte auf die Menière-Krankheit untersucht werden.
Therapie:
Der Therapieansatz besteht in der Reduktion des Schwindels und der Übelkeit.
H1-Antihistaminika: Diese Präparate wirken zentral dämpfend und reduzieren dadurch effektiv Schwindelattacken und Übelkeit, Bei älteren Patienten (> 60 Jahren) sollten diese Präparate zurückhaltend eingesetzt werden. Die Einnahme mit Alkohol und anderen zentral dämpfenden Stoffen (z.B. Benzodiazepine, Baclofen) sollte vermieden werden. Patienten mit Engwinkelglaukom, Prostatavergrößerungen oder Herzrhythmusstörungen sollten auf die Einnahme dieser Präparate verzichten. Die Fahrtüchtigkeit kann durch die Einnahme der Arzneimittel beeinträchtigt werden.
Präparate:
Zusatzhinweise: 
Bei lagerungsbedingten Schwindelattacken sollte die Lageveränderung möglichst langsam erfolgen. Für diesen Schwindel eignen sich gezielte Übungen mehr als die Präparate der Selbstmedikation.
Tritt der Schwindel aufgrund von Blutdruckschwankungen (v.a. zu niedriger Blutdruck-Hypotonie) auf, sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet und ggf. Maßnahmen zur leichten Blutdruckerhöhung eingeleitet werden.
Als Homöopathische Therapiealternativen eignen sich             ,                  oder
Schwindel, Vertigo, verstibuläre Störung, systematischer Schwindel, unsystematischer Schwindel
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