Kopfschuppen

Allgemein: 
Die häufigsten Gründe für Kopfschuppen stellen die Seborrhoe (Dysfunktion
der Talgdrüsen) und das seborrhoische Ekzem dar.
Im engeren Sinne versteht man unter Kopfschuppen die Pityriasis simplex
capillitii, die einfache kleinförmige Schuppung. Durch hormonellen Einfluss
oder lokale Faktoren kann die Funktion der Talgdrüsen beeinträchtigt werden.
Bei einer Fehlfunktion der Talgdrüsen kommt es meist zur massiven
Vermehrung von Mikroorganismen v.a. Malassezia-Arten (Hefepilze), die zur
natürlichen Hautflora gehören. Diese Pilze benötigen zum Wachstum Fette,
welche sie aus dem menschlichen Talg gewinnen.
Dabei werden Stoffwechselprodukte gebildet, die die natürliche Hautbarriere stören (v.a. Oleinsäure). Der Körper reagiert darauf mit einer gesteigerten Bildung von Hautzellen (ca. um den Faktor 2 schneller als normal) und einer stärkeren Verhornung. Die Folge ist eine massive Schuppenbildung durch abgestoßene Hornzellen. Zudem bildet der Pilz Peroxide, die die Kopfhaut zusätzlich reizen und eine Entzündung verursachen. Daraus resultiert ein starker Juckreiz, der den Patienten dazu veranlasst sich häufiger zu kratzen. Beim Kratzen gelangen weitere Mikroorganismen an die entsprechende Hautstelle und verschlimmern die Entzündung bis hin zum seborrhoischen Ekzem.
In Abbildung 1 ist die Entstehung der Kopfschuppen graphisch dargestellt. Die Kopfschuppen sind nicht ansteckend. Bestehende Vorerkrankungen (z.B. M. Parkinson, Herzerkrankungen, Immundefizite oder Alkoholismus) können die Ausprägung erleichtern.
 Abb.1 Entstehung von Kopfschuppen (Abbildung nach W. Raab Haarerkrankungen in der dermatologischen Praxis)
 
Symptome:
Kopfschuppen, Rötung, Juckreiz
Wann zum Arzt?
Wenn zu den genannten Symptomen noch Papeln, Pusteln, eitrige knotenartige Hauterscheinungen oder silbrig-weiße Schuppungen an den Extremitäten auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Erkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis, Pityriasis versicolor  können ähnliche Symptome verursachen
Therapie:
​Die Therapieansätze umfassen die Bekämpfung des Pilzes, die Reduktion der Schuppung und Talgproduktion.
1. Breitspektrum-Antimykotika: Hierbei handelt es sich um Antimykotika (Mittel gegen Pilze) mit einem sehr breiten Wirkspektrum. Sie hemmen die Synthese von Ergosterol (einer pilzeigenen Substanz) und damit den Zellwandaufbau der Pilze. Dadurch wird das weitere Wachstum bzw. die Vermehrung der Pilze verhindert. Die Präparate werden lokal angewendet und sind gut verträglich. Für Kopfschuppen eignen sich entsprechende Shampoos. Dabei sollte auf eine ausreichende Einwirkzeit geachtet werden (Herstellerangabe !). Sie sollten nicht am Auge angewendet werden!
Präparate:
2. Keratolytika: Diese Präparate, welche meist Salicylsäure enthalten, lösen die überschüssige Haut bzw. Hautschuppen ab (symptomatische Behandlung). 
Präparate:              
3. Antiseborrhoika: Jene Präparate regulieren die Talgproduktion und wird vornehmlich bei Patienten mit verstärkter Talgproduktion eingesetzt. Anfänglich kann es zu Therapiebeginn verstärkt zu fettigen Haaren kommen. Bei offenen Wunden sollten diese Präparate nicht eingesetzt werden.
Präparate:
Zusatzhinweise:
​Die Haare sollten 2-3 x wöchentlich mit milden Waschmitteln gewaschen werden (z.B.                          ), anschließend die Haare gut nachspülen.
Bewegung an der frischen Luft und Sonneneinstrahlung reduzieren das Auftreten von Schuppen.