top of page

Schnupfen

Allgemein: 
Für die Selbstmedikation sind zwei Arten des Schnupfens relevant.
Dazu zählen der akute und der chronische Schnupfen. 
Der akute Schnupfen (Rhinitis acuta) wird meist durch Rhinoviren 
ausgelöst. Anfänglich äußert sich dieser Schnupfen durch eine gesteigerte
Sekretbildung (Fließschnupfen) und behinderte Nasenatmung. Im weiteren
Verlauf der Erkrankung wird das Sekret zähflüssiger (Stockschnupfen) und
kann nur noch schwer abfließen. Dies wiederum kann einen Sekretstau 
begünstigen, welcher schließlich zu einer Sinusitis (Nasennebenhöhlen-
entzündung) führen kann.
Beim chronischen Schnupfen (Rhinitis sicca/ Rhinitis chronica) ist als Leitsymptom eine verstopfte Nase, in Verbindung mit einer eingeschränkten Nasenatmung, vorhanden. Der chronische Schnupfen kann durch vergrößerte Nasenmuscheln bzw. eine geschwollene Nasenschleimhaut entstehen und ist häufig zusätzlich mit Nasenpolypen assoziiert. Die Dauer des Schnupfens beträgt mindestens 8 Wochen. Durch Temperaturschwankungen, Rauch, Allergien und trockene Schleimhäute (bei trockener Raumluft) werden die Symptome meist verstärkt. Darüber hinaus fördert der dauerhafte Einsatz von abschwellenden Nasensprays (Privinismus) die Entwicklung des chronischen Schnupfens. Einige Arzneimittel (z.B. Clonidin) können überdies als Arzneimittelnebenwirkung eine Nasenatmungsbehinderung fördern. Unbehandelt kann der chronische Schnupfen zum Verlust des Riechvermögens führen.
Symptome:
akuter Schnupfen: erst Fließschnupfen (wässriges Sekret) mit Niesreiz und Augentränen, sowie weiteren Erkältungssymptomen, nachfolgend Stockschnupfen (zähflüssiges Sekret), Sekretstau kann zur Sinusitis führen (Gesichtsschmerz v.a. beim Vorbeugen des Kopfes, auch Ohren- u. Zahnschmerzen, Erschöpfung)
chronischer Schnupfen: verstopfte Nase, meist trockene Nase, Behinderung der Nasenatmung
Wann zum Arzt?
Wenn zusätzlich zum Schnupfen noch starke Gesichtsschmerzen (v.a. beim Vorbeugen des Kopfes), Ohrenschmerzen und Fieber über 39°C auftreten sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Sollten die Beschwerden länger als zwei Wochen andauern oder sich trotz der Selbstmedikation verschlimmern, ist ebenfalls ein Arztbesuch anzuraten, um eine Chronifizierung zu verhindern oder deren Auslöser zu identifizieren.
Therapie:
akuter Schnupfen: Die Therapie des akuten Schnupfens erfolgt meist symptomorientiert.
1. abschwellende Nasensprays: Bei ausgeprägter Behinderung der Nasenatmung werden Nasensprays mit abschwellenden Wirkstoffen eingesetzt. Diese sollten maximal 3 Mal täglich und nicht länger als eine Woche angewendet werden. Wenn diese Präparate doch einmal länger als eine Woche angewendet worden sind, sollte zur Entwöhnung nur noch in ein Nasenloch (das verstopfte) gesprüht werden, sodass das andere Nasenloch entwöhnt werden kann. Bei längerer Anwendung kommt es zu einer Minderdurchblutung der Nasenschleimhaut, weshalb es hier zum Absterben des Gewebes und zur Entwicklung der sogenannten "Stinknase" kommen kann.  Um dies zu verhindern sind die Beschränkung der Anwendungsdauer und die Pflege der Nasenschleimhaut nötig. Bei Säuglingen ist eine Selbstmedikation mit abschwellenden Nasensprays, ohne den ärztlichen Rat, nicht zu empfehlen. Patienten, die unter starken Kreislaufbeschwerden oder einem Engwinkelglaukom bzw. Prostatahyperplasie leiden, sollten die Anwendung von abschwellenden Nasensprays ebenfalls vermeiden. Schwangere können bei sehr starken Beschwerden allerdings zum Nasenspray greifen (siehe embryotox).
Zudem gibt es auch Nasensprays mit hypertonen (höherer Salzgehalt) Lösungen, die auf physikalischem Wege abschwellend wirken und keinen Gewöhnungseffekt aufweisen. 
Nasensprays mit ätherischen Ölen erzeugen aufgrund der Verdunstungskälte eine subjektiv empfundene verbesserte Nasenatmung.
Präparate:                         ,             physikalische Wirkung: 
2. Sekretolytika  (Schleimlöser-pflanzlich): Pflanzliche Inhaltsstoffe aus der Gruppe der Saponine oder ätherischen Öle führen zu einer leichten Reizung der Atemwege, die daraufhin mit einer verstärkten Sekretbildung reagieren. Flavonoide führen hingegen  zur Aktivierung von Chlorid-Ionen-Kanälen im Bereich der Schleimhäute, wodurch mehr Wasser "mitgerissen" wird. Dies führt schließlich zu einer Verflüssigung des Schleims. Trinkmengen von 3-4 Liter  täglich (nicht bei Herzinsuffizienz) unterstützen die Wirkung.
Die Kombination mit einem abschwellenden Nasenspray ist meist sinnvoll.
Auch bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung oder chronischer Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) werden diese Präparate bevorzugt eingesetzt. Der Inhaltsstoff Cineol wirkt nachweislich schleimlösend, entzündungshemmend und leicht krampflösend.
Präparate:                                  
3. Ätherische Öle:
Die Inhalation von ätherischen Ölen führt zu einer Schleimhautreizung, wobei reflektorisch mehr dünnflüssiges Sekret gebildet wird. Dies führt zu einer Verflüssigung des Schleims und Befeuchtung der Atemwege. Da die Immunabwehr ein wässriges Milieu benötigt, wird zusätzlich indirekt die Aktivität des Immunsystems unterstützt. Darüber hinaus wirken die ätherischen Öle entzündungshemmend und teilweise antiviral. Die Kombination mit abschwellenden Nasensprays ist hierbei auch sinnvoll, um den Abtransport des Schleimes zu begünstigen. Kleinkinder sollten nicht mit ätherischen Ölen inhalieren, da bei Ihnen die Gefahr eines Glottiskrampfes besteht.
Präparate:        
Chronischer Schnupfen: Der Therapieansatz besteht in der Pflege der Nasenschleimhaut und ggf. Intervention mit cortisonhaltigen Präparaten. 
1. Salzhaltige Nasentropfen bzw. -salben: Diese Präparate dienen der Befeuchtung der Nasenschleimhaut, wodurch schließlich die Nasenatmung verbessert wird. Trockene Schleimhäute können die Nasenatmung behindern. Außerdem ist die Infektanfälligkeit bei einer trockenen Nasenschleimhaut erhöht, da die Komponenten des Immunsystems ein feuchtes Milieu benötigen.
Präparate:
2. Dexpanthenol: Dexpanthenol ist die Vorstufe des Vitamin B5 (Pantothensäure), das eine zentrale Rolle im Hautstoffwechsel einnimmt. Daher werden dexpanthenolhaltige Zubereitungen bei (Schleim)hautschäden eingesetzt. Sie  unterstützen  die Heilung und verkürzen die Regenerationszeit. 
Präparate:
3. Cortisonhaltige Nasensprays: Jene Wirkstoffe reduzieren die Immunantwort  und können zum Abschwellen der entzündeten, trockenen Nasenschleimhaut eingesetzt werden. Sie eignen sich besonders zur Therapie eines Schnupfens mit allergischer Komponente. Der maximale Wirkeffekt wird nach 2-4 Tagen regelmäßiger Anwendung erreicht. Die Selbstmedikation sollte jedoch nicht über 7 Tage hinaus erfolgen. Sie eignen sich nicht zur sofortigen Symptomlinderung. Bei Bedarf kann zu Beginn zusätzlich ein abschwellendes Nasenspray eingesetzt werden, bis die Wirkung des cortisonhaltigen Nasensprays einsetzt.
Präparate:
Zusatzhinweise:
Zur Befeuchtung der Nasenschleimhaut eignet sich die tägliche Nasendusche. Darüber hinaus wirken die Befeuchtung der Raumluft und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ebenfalls einer Austrocknung der Schleimhäute entgegen. Erkältungsbäder und Rotlichtanwendungen können zudem den Heilungsverlauf unterstützen. Bei häufigen Beschwerden können zur Prophylaxe Probiotika (z.B.                     ) eingesetzt werden. Rauchen und Feinstaub wirken sich negativ auf die Symptomatik aus, weshalb diese Einflüsse möglichst vermieden werden sollten.
 
 
Als Homöopathische Therapiealternativen können                                (gewöhnlicher Schnupfen)                         (fließendes wundmachendes Sekret),                    (Schnupfen mit gelbem Schleim),                                     (Nasennebenhöhlenentzündung, Kopfschmerzen) und                               (Kombinationspräparat) erwogen werden.  
Schnupfen, Rhinitis, Sinusitis, Nasenspray, Nasenpflege, Sekretstau
bottom of page