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Ohrenschmerzen

Allgemein: 
Ohrenschmerzen treten v.a. bei Kindern infolge eines Infektes der oberen
Atemwege auf. Da der Nasen-Rachenraum über die Ohrtrompete (auch
Eustachische Röhre) mit dem Mittelohr verbunden ist, neigen v.a. Kinder bei
Erkältungen zur Ausbildung einer Mittelohrentzündung (Otitis media).
Die Erkrankung kann sowohl durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden.
Durch Belüftungsstörungen bzw. fehlende Abflussmöglichkeiten des Sekrets 
im Nasen-Rachenraum, können die Erreger über die Ohrtrompete in das
Mittelohr aufsteigen. Daher neigen v.a. Patienten mit chronischen Nasen-
nebenhöhleninfektionen und Nasenpolypen zur Ausbildung dieser
Symptomatik. Mittelohrentzündungen, die über den äußeren Gehörgang (z.B. durch unsauberes Wasser) entstehen, sind weitaus seltener und treten meist nur bei einer vorherigen Schädigung des Trommelfells auf. Ältere Personen neigen v.a. zur Ausbildung einer Außenohrentzündung (Otitis externa). Diese tritt meist durch lokale Schädigung des äußeren Gehörganges (z.B. durch Wattestäbchen o.a. Fremdkörper, Aufweichung) und anschließender bakterieller Besiedlung der Wunde auf. Die Otitis externe ist, im Gegensatz zur Mittelohrentzündung, meist gut von außen sichtbar. Ohrenschmerzen können zudem durch Erkrankungen des Kiefergelenkes, Zahnschäden oder andere Infektionserkrankungen (z.B. Mumps, Meningitis, Mandelentzündung) verursacht werden.
Symptome:
Ohrenschmerzen, Druck im Ohr, evtl. Einschränkung des Hörvermögens
Wann zum Arzt?
Bei Fieber über 39 °C, Nackensteifigkeit, Erbrechen und starken Schmerzen beim Druck auf den äußeren Gehörgang, sollte schnellstens ein Arzt aufgesucht werden. Wenn die Beschwerden häufig wiederkehren oder das Hörvermögen nachhaltig (über 7 Tage) beeinträchtigt ist, wird ebenfalls die ärztliche Konsultation empfohlen. Sollte die Selbstmedikation nicht den gewünschten Erfolg bringen, lohnt sich ebenfalls der Gang zum Arzt.
Therapie:
1. Schmerzmittel (Analgetika):
Diese Arzneimittel wirken schmerzstillend.  Für die Selbstmedikation eignen sich vornehmlich Ibuprofen, Acetylsalicylsäure und Naproxen. Bei Schädigungen des Magen-Darm-Trakts oder asthmatischen Beschwerden sollten diese Arzneimittel nicht eingesetzt werden. Im letzten Trimenon der Schwangerschaft sollte auf diese Präparate ebenfalls verzichtet werden.  Acetylsalicylsäure ist  für Kinder unter 12 Jahren ungeeignet. Diese drei Wirkstoffe können die Wirkung von Blutgerinnungshemmern verstärken.
Paracetamol ist ebenfalls ein Schmerzmittel, weist diese Interaktionen jedoch nicht auf. Allerdings sollten Personen mit Leberschäden auf die Einnahme von Paracetamol verzichten.
Präparate:
2. Abschwellende Mittel: 
Die Einnahme von Nasensprays erscheint zuerst etwas widersinnig, jedoch verbessern diese Präparate die Belüftung des Nasen-Rachenraumes u.a. auch der Ohrtrompete, sodass der Druck im Ohr verschwindet und ein weiteres Aufsteigen der Erreger verhindert wird. Jene Präparate sollten maximal 3 Mal täglich und nicht länger als eine Woche angewendet werden. Wenn diese Präparate doch einmal länger als eine Woche angewendet worden sind, sollte zur Entwöhnung nur noch in ein Nasenloch (das verstopfte) gesprüht werden, sodass das andere Nasenloch entwöhnt wird. Bei längerer Anwendung kommt es zu einer Minderdurchblutung der Nasenschleimhaut, weshalb es hier zum Absterben des Gewebes und zur Entwicklung der sogenannten "Stinknase" kommen kann.  Um dies zu verhindern, ist die Beschränkung der Anwendungsdauer und die Pflege der Nasenschleimhaut nötig.
Präparate:                         
3. Sekretolytika: Pflanzliche Inhaltsstoffe aus der Gruppe der  ätherischen Öle bzw. Flavonoide führen zu einer leichten Reizung der Atemwege, die daraufhin mit einer verstärkten Sekretbildung reagieren. Dadurch wird der Schleim verflüssigt und kann leichter abtransportiert werden. 
Besonders geeignet sind diese Präparate bei festsitzendem Schleim im Bereich der Nasennebenhöhlen. Der Inhaltsstoff Cineol wirkt nachweislich schleimlösend, entzündungshemmend und leicht krampflösend.
Präparate:
4. Schmerzstillende Ohrentropfen: Die Anwendung von Ohrentropfen mit schmerzstillenden und betäubenden Wirkstoffen sollte nur in Ausnahmefällen und bei intaktem Trommelfell erfolgen. Da die Wirkstoffe nur den äußeren Gehörhang erreichen, ist die Einnahme bei Mittelohrentzündungen nicht zielführend. Die Präparate sollten vor der Anwendung in der Hand erwärmt werden. Um ein Hinauslaufen der Tropfen zu vermeiden, sollte man sich möglichst auf die Seite legen.
Präparate:
Zusatzhinweise:
Die Anwendung von Rotlicht oder Wärme kann die Heilung unterstützen (nicht bei starken Schmerzen oder akuter Entzündung anwenden). Darüber hinaus können Zwiebelsäckchen (Zwiebel schälen, kleinhacken, etwas zerdrücken und in ein Tuch z.B. Taschentuch schlagen) als natürliches Hausmittel mehrmals täglich (jeweils für 20 Minuten) auf das Ohr gelegt werden. Die, in der Zwiebel enthaltenen schwefelhaltigen Verbindungen wirken entzündungshemmend. Während der Erkrankungsdauer sollte nicht geraucht werden. Die Belüftung des Innenohres (mittels:            ) kann die Erkrankungsdauer zusätzlich verkürzen.
Als Therapiealternative kann die Einnahme von                  oder                        erfolgen.
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