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Nagelpilz

Allgemein: 

Nagelpilz (Onychomykose) entsteht durch einen Pilzbefall (meist

Pilze, die bevorzugt auf der Haut wachsen oder auch Hefepilze) des

zuvor beschädigten Nagels.Die Schädigung kann sowohl durch

mechanische (zu enge Schuhe, Verletzung des Nagels) oder chemische

(z.B. Putzmittel) Einwirkung als auch aufgrund bestehender

Vorerkrankungen (z.B. Diabetes, Immunschwäche) auftreten. Raucher

sind häufiger vom Nagelpilz betroffen. Die Reduktion des Zigaretten-

konsums, kann sich dabei positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Gesunde Nägel werden nicht befallen. Nagelpilzerreger können auch

Fußpilz und Fußpilzerreger wiederum Nagelpilz auslösen. Deshalb sind beim Auftreten einer Pilzerkrankung strikte Hygienemaßnahmen einzuhalten. Die Therapie des Nagepilzes sollte möglichst früh einsetzen, um eine fortschreitende Infektion und die damit verbundene orale Einnahme von Antimykotika (Arzneimittel gegen Pilze) zu vermeiden.

Symptome:
Anfangs verstärkte Verhornung der Nägel, später verstärkte Neigung zum Absplittern bis hin zum Verlust des kompletten Nagels, gelbliche, weiße oder bräunliche Verfärbung des Nagels, Veränderungen der Nagelplatte
Wann zum Arzt?
Wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten, sollte ein Arzt zur Sicherung der Diagnose aufgesucht werden. Sollten mehr als 2 Nägel oder mehr als 2/3 des Nagels durch den Pilz befallen sein, ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen, wobei dann meist die orale Einnahme von Antimykotika nötig ist. Tritt trotz erfolgter Selbstmedikation, nach spätestens 3 Monaten, keine Besserung ein,  ist auch dies abklärungsbefürftig.
Therapie:
Der Therapieansatz besteht in der Bekämpfung des Pilzes. Unter Umständen kann eine Sanierung des Nagels und begleitender Behandlung des Pilzbefalls sinnvoll sein.

1. Antimykotika: Zur Behandlung des Nagelpilzes werden meist Breitspektren-Antimykotika eingesetzt, die gegen eine Vielzahl verschiedener Pilzarten wirken.

Diese Präparate sind als Lack, Lösung, Creme und Salbe erhältlich. Es ist stets darauf zu achten, dass die Präparate gleichmäßig und v.a. auch an den Nagelrändern  aufgetragen werden. Die Therapiedauer erstreckt sich über einen Zeitraum von 3- 12 Monaten, kann allerdings durch den begleitenden Einsatz von Harnstoff (Ablösung des Nagels) beschleunigt werden.

Dabei ist die Anwendungshäufigkeit abhängig vom jeweiligen Wirkstoff und Präparat.

Ciclopirox ist der effizienteste Wirkstoff und  hilft oftmals noch bei  Nagelpilzbeschwerden, die mit anderen Wirkstoffen nicht reduziert werden konnten.

Jener Wirkstoff ist sowohl als wasserlöslicher Lack (1x tgl. auftragen) und als wasserfester Lack (im ersten Monat : 3x wöchentlich, im 2. Monat: 2x wöchentlich und im 3. Monat: 1x wöchentlich). Der entsprechende Nagel sollte vor dem erneuten Auftragen des Lacks gründlich gereinigt und von Lackresten befreit werden, sodass eine optimale  Wirkstoffbeladung gewährleistet wird.  Ciclopiroxhaltige Präparate sind nicht für Kinder geeignet.

Ein weiterer Wirkstoff ist Amorolfin (1x wöchentlich). Dieser darf ebenfalls nicht bei Kindern, vorliegender Nagelbettentzündung und Diabetes angewendet werden.

Eine besonders effektive Methode ist die Behandlung des Nagels  mit einer Kombination aus Harnstoff und  einem Antimykotikum. Hierbei wird die betroffene Stelle vorab  täglich mit Harnstoff (20-40%) behandelt und verbunden. Dies führt zu einer schichtweisen Ablösung der Nageloberfläche. Anschließend (nach Abschluss der Auflösung) wird der Nagel 4 Wochen lang mit dem Antimykotikum  behandelt (z.B.                       ). Leichte Schmerzen können als Nebenwirkung der Behandlung auftreten.

Präparate:                       (1x tgl., vorzugsweise abends auftragen)

                                        (1x wöchentlich auftragen)
                                              (Nagelset mit Harnstoff, zur Ablösung des befallenen Areals)
Zusatzhinweise:

Häufig ist es sinnvoll die lokale Nagelpilzbehandlung durch eine Fußpilzbehandlung zu ergänzen, um eine potentielle Reinfektion zu vermeiden.

Die regelmäßige Nagelpflege  insbesondere die Pflege des Nagelbetts bzw. Nagelhäutchens  mit einer fettreichen Creme (Bsp.               ) beugt Nagelpilzerkrankungen vor. Das Nagelhäutchen wirkt als natürliche Schutzbarriere gegen potentielle Infektionserreger und sollte deshalb nicht verletzt werden.

Um die  Fingernägel vor Schäden zu schützen,  sollten Tätigkeiten vermieden werden, die den Nagel aufweichen können (z.B. Spülen,  Putzen mit scharfen Reinigungsmitteln, ggf. Handschuhe verwenden).  Zur Pflege der Hände und Nagelhaut eignen sich ebenfalls fettreiche Cremes.

Zu enges  und wenig atmungsaktives Schuhwerk sollte vermieden werden (Pilze bevorzugen ein feuchtwarmes Milieu).  Ein täglicher Wechsel der Socken und Schuhe (ggf. Desinfektionsspray für die getragenen Schuhe verwenden), sollte  Bestandteil einer vernünftigen Nagelpilztherapie sein. Kleidung, u.a. Textilien, die mit dem Pilz in Berührung kamen (z.B.  Socken, Bettwäsche, Handtücher),  sollten bei 60 °C  gewaschen werden.

Wenn die , in der Selbstmedikation zur Verfügung stehenden ,Präparate keinen ausreichenden Effekt haben, ist meist die Einnahme von Antimykotika in Tablettenform erforderlich (verschreibungspflichtig !). Eine vorherige Anlösung des Nagels mit einer Harnstoffcreme (z.B. onychomal) ist meist sinnvoll.

Sowohl ein Vitamin- als auch Mineralstoffmangel kann das Nagelwachstum behindern. Daher ist auf eine abwechslungs- und vitaminreiche Ernährung zu achten.

Diabetiker leiden häufig unter Nagelpilz  und haben krankheitsbedingt oftmals ein reduziertes Schmerzempfinden und eine schlechtere Wundheilung. Daher sollten diese Personen besonders auf die Fußhygiene  achten, um Infektionen zu vermeiden und ggf. eine professionelle Fußpflege in Anspruch nehmen.

Immungeschwächte Personen leiden ebenfalls häufiger unter Infektionen und auch Nagelpilz. Hierbei kann die Stärkung des Immunsystems und ggf. ärztliche Weiterbehandlung gute Erfolge erzielen.

                         
Nagelpilz, Onychomykose, Dermatophyten
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