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Muskelkrämpfe

Allgemein: 
Muskelkrämpfe zeichnen sich durch eine schmerzhafte Dauerkontraktion
einzelner Muskeln oder Muskelgruppen aus und lassen sich grob in drei
Kategorien einteilen. Paraphysiologische Krämpfe sind am häufigsten
und treten in der Folge meist sehr harmloser Ursachen auf (z.B. leichte
Elektrolytverschiebung, Überlastung,Schwangerschaft). Idiopathische
Krämpfe treten ohne erkennbaren Grund auf. Symptomatische Krämpfe
sind dagegen meist ein Symptom einer vorhandenen Grunderkrankung
(Restless-Legs-Syndrom, Durchblutungsstörungen, Carnitinmangel, Urämie
Überfunktion der Nebenschilddrüse etc.). 
Der mit Abstand häufigste Auslöser ist ein gestörter Elektrolythaushalt (meist Calcium und Magnesium betreffend). Deshalb treten bei übermäßigem Alkoholgenuss, starkem Schweißverlust und nach Durchfällen oder Erbrechen häufiger Muskelkrämpfe auf. Die Einnahme von Diuretika (Entwässerungstablette), Abführmitteln und ß-Blocker kann die Entwicklung von Muskelkrämpfen begünstigen. Vorsicht ist  bei der Einnahme von Statinen (z.B. Simvastatin, Cholesterinsenker) bzw. Fibraten (z.B. Clofibrat, senkt Triglyceride) und sich häufenden Muskelkrämpfen oder Muskelschmerzen (Achtung: bei starker Verfärbung des Urins) geboten.
​Symptome: 
schmerzhafte Muskelkrämpfe
Wann zum Arzt?
Bei häufig auftretenden Muskelschmerzen ohne erkennbare Ursache, ist ein Arzt aufzusuchen. Wenn sich die Beschwerden trotz Selbstmedikation nicht bessern oder gar verschlimmern, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Besteht der Verdacht auf arzneimittelbedingte Nebenwirkungen (v.a. bei Statine und Fibrate), sollte dies mit dem Apotheker oder Arzt eruiert werden.
Therapie:
1. Magnesium: Ein Magnesiummangel führt häufig zu Muskelkrämpfen. Magnesium wirkt bei höheren Dosierungen als Gegenspieler des Calciums, welches für Muskelkontraktionen verantwortlich ist. Daher kann der Muskeltonus und die Erregbarkeit mit der Zufuhr von Magnesium reduziert werden. Daraus resultiert eine Entspannung der Muskulatur.
Mangelerscheinungen treten insbesondere bei chronischen Darmerkrankungen, Leistungssportlern, übermäßigem Alkoholgenuss und der Kombination von Protonenpumpenhemmern (z.B. Pantoprazol) und Diuretika auf. Die Protonenpumpenhemmer erhöhen den pH-Wert des Magens, sodass das Magnesium nicht mehr resorbiert werden kann und die Diuretika fördern die Ausscheidung.
Bei häufigen Wadenkrämpfen o.ä. sollten ca. 300 - 400 mg Magnesium pro Tag aufgenommen werden (auch für Schwangere mgl.). Magnesium ist auch zur Migräneprophylaxe geeignet
Überdosierungen können zu Durchfällen führen und den Elektrolythaushalt nachträglich beeinflussen. 
Patienten die folgende Medikamente einnehmen, sollten 2 Stunden Abstand zwischen der Magnesiumeinnahme und der entsprechenden Arzneimittel einhalten: Bisphosphonate (z.B. Alendronat), L-Thyroxin, Eisen, Zink, Antibiotika (Doxycyclin, Gyrasehemmer).
Präparate:
 
2. Hyperämisierende Externa: Durchblutungsfördernde Präparate lösen die Verspannung der Muskulatur und transportieren unerwünschte Stoffwechselprodukte ab. Dadurch werden verspannungsbedingte Schmerzen gelindert und die Ausprägung der Schonhaltung gemindert. Die Anwendung kann v.a. im Akutfall schnell Linderung verschaffen. Dabei stehen sowohl Salben, Pflaster als auch Bäder zur Verfügung.
Präparate:              Salben:                              
                                                  
                               Pflaster:                                            
                                Bäder:
Zusatzhinweise:
Im Akutfall verschaffen die Hochlagerung und die passive Dehnung der entsprechenden Extremität Linderung. Regelmäßiger Ausdauersport und die Kräftigung der Muskulatur senken das Risiko für die Entwicklung von Krämpfen.
Bei starker körperlicher Belastung, sollten elektrolythaltige bzw. isotone Getränke konsumiert werden. Die lokale Wärmebehandlung wirkt meist krampflösend und kann stets unterstützend angewendet werden (nicht auf geschädigten oder gefühllosen bzw. tauben Arealen anwenden).  Eine abwechslungsreiche Ernährung wirkt sich ebenfalls positiv auf das Allgemeinbefinden aus.
 
Wer eine homöopathische Alternative sucht, kann einen Therapieversuch mit                                          wagen.
Wadenkrämpfe, Muskelkrämpfe, Elektrolytmangel, Wadenkrampf
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