Mundgeruch

Allgemein: 
Mundgeruch (Foetor ex ore, Halitosis) kann für den Betroffenen äußerst 
unangenehm sein. Dabei ist der unangenehme Geruch meist ein Anzeichen 
einer ungenügenden Mundhygiene. In der Folge kommt es zur Vermehrung 
von Bakterien, die die, in Zahnzwischenräumen und in den Zahntaschen 
zurückbleibenden,  Nahrungsreste zersetzen, wobei schwefelhaltige
flüchtige Verbindungen entstehen. Diese Abbauprodukte sind folglich für die
unangenehme Geruchsempfindung verantwortlich. Daneben begünstigt die 
mangelhafte Mundhygiene eine Kariesentwicklung, da jene Bakterien u.a.
Zucker zu Zuckersäuren umwandeln, welche wiederum den Zahnschmelz schädigen. Einige Lebensmittel sind reich an schwefelhaltigen Verbindungen und fördern die Entwicklung unangenehmer Gerüche (z.B. Kohl, Zwiebeln, Knoblauch).
Darüber hinaus können sowohl lange Fastenzeiten, eine unregelmäßige Nahrungszufuhr und Diabetes mellitus zu Mundgeruch führen, da der Körper aus Fetten Ketonkörper produziert, wenn er nicht ausreichende Mengen Kohlenhydrate zur Verfügung hat bzw. diese aufgrund einer Insulinresistenz nicht in die Zellen aufnehmen kann.
Seltener sind Erkrankungen des Magens, der Leber oder Speiseröhre für den unangenehmen Geruch verantwortlich.
Bei ungenügender Speichelproduktion ist die natürliche Mundflora ebenfalls beeinträchtigt, wobei folglich auch das Wachstum unerwünschter Bakterien zunehmen und die Entstehung von Karies und Mundgeruch begünstigt werden kann. Einige Medikamente (z.B. Antihistaminika, Buscopan, Opiode, Parkinson-Medikamente, Psychopharmaka) können die Speichelproduktion reduzieren und zuvor genannte Beschwerden begünstigen.
Symptome:
unangenehmer Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen, Karies, Parodontitis
Wann zum Arzt?
Sollten zu dem unangenehmen Geruch noch weitere Symptome (z.B. Magenschmerzen oder dauerhafte Magenbeschwerden) auftreten, ist der Gang zum Hausarzt nötig. Treten hingegen Zahnschmerzen oder Entzündungen der Mundschleimhaut auf, sollte der Zahnarzt aufgesucht werden.
Therapie:
Der Therapieansatz besteht in der Reduktion unerwünschter Bakterien und Intensivierung der Mundhygiene.
 
1. Antiseptika: Diese Präparate reduzieren die Keimzahl im Mundraum und fördern die Abheilung vorhandener Infektionen im Bereich der Mundschleimhaut. Zudem sollte unterstützend die mechanische Zahnhygiene (Zähne putzen) intensiviert werden. Die Anwendung chlorhexidinhaltiger Mundspüllösungen  sollte nicht länger als 10 Tage erfolgen, da es kurzzeitig zu Geschmacksirritationen und Zahnverfärbungen kommen kann. Durch Zink und Fluorid kann das Bakterienwachstum zusätzlich eingedämmt werden. Relativ neu ist die Kombination von Chlorheidin, Zink und Fluorid, welche laut aktuellen Studien eine effektive Keimzahlreduktion bei gleichzeitig weniger Wirkstoffeinsatz (CB 12) fördert. 
Präparate:
 
2. Mundwasser: Durch Mundwässer wird der unangenehme Geruch überdeckt. Der Effekt hält nur kurzzeitig an und ist nicht nachhaltig.
Präparate:
3. Adstringenzien/Antiphlogistika: Jene Präparate wirken antientzündlich und dichten die obere Schleimhautschicht ab, sodass das Gewebe schneller abheilen und ein weiterer Eintritt von Bakterien verhindert werden kann. Folglich heilt die Entzündung schneller aus und der quälende Mundgeruch wird reduziert.
Präparate:
 
4. Fluoridgele: Zur Kariesprophylaxe und Verhinderung eines übermäßigen Bakterienwachstums werden Arzneimittel mit Fluorid angewendet.
Präparate:
Zusatzhinweise:
Die Anwendung von chlorophyllhaltigen Präparaten (z.B.             ) kann den lästigen Mundgeruch reduzieren. Dabei konnten messbare Effekte erzielt werden, obwohl keine eindeutige  wissenschaftliche Erklärung vorliegt. Eine gründliche Zahnreinigung, vorzugsweise nach jeder Mahlzeit und mindestens morgens und abends, ist zwingend erforderlich. Die Zahnbürste sollte spätestens nach 3 Monaten, besser früher, gewechselt werden. Zur Unterstützung der Mundhygiene eignen sich sowohl Zahnseide als auch Interdentalbürsten und Zungenreiniger (1-3x pro Woche Zunge reinigen!). Der Großteil der unerwünschten "Geruchserzeuger" befindet sich auf dem hinteren Drittel der Zunge, welches meist nicht optimal gereinigt wird. Das Lutschen zuckerfreier Bonbons oder kauen von Kaugummis fördert die Speichelproduktion. Der Speichel puffert überschüssige Säure ab und enthält zudem antibakteriell wirksame Substanzen (z.B. Lysozym), wodurch die natürliche Mundflora stabilisiert wird.

© 2018  by Pharmoos

 

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