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Lippenherpes

Symptome:
im Bereich der Lippen: Kribbeln, Spannungsgefühl, Brennen, Schmerzen, Bläschenbildung, Verkrustung der Bläschen,
darüber hinaus starke Nervenschmerzen, Fieber 
Wann zum Arzt?:
Bei großflächiger Ausbreitung, sowie dem Befall weiterer Körperpartien (Schleimhäute, Kinn, Nase, Auge) oder starken Schmerzen bzw. Fieber, ist ein Arzt aufzusuchen. Häufige Rezidive (Krankheitswiederkehr) sind ebenfalls abklärungsbedürftig. Sollten die Beschwerden trotz Selbstmedikation sich innerhalb von 7 Tagen nicht gebessert haben, ist eine Vorstellung beim Arzt ratsam.
Therapie:
Der Therapieansatz besteht in der Reduktion der Viruslast und Förderung der Wundheilung.
1. Virustatika: Aciclovir und Peniclovir sind selektive Antimetabolite humanpathogener Herpesviren. Sie sind den DNA-Bausteinen nachempfunden und werden in die virale DNA eingebaut. Da ihnen allerdings eine bestimmte Struktur fehlt, kann keine  weitere Verknüpfung der DNA-Bausteine erfolgen, sodass die Viren in ihrem Wachstum drastisch eingedämmt werden. Penciclovir dämmt das Viruswachstum etwas stärker ein als Aciclovir. Die Anwendung der Cremes kann in jedem Stadium erfolgen, wobei die Präparate 5 Mal täglich aufgetragen werden. Der Anwendungszeitraum sollte 10 Tage nicht überschreiten. Die Lippencremes sind weder für die Anwendung am Auge noch der Schleimhäute zugelassen. 
Für Schwangere gilt die Anwendung von Aciclovir als unbedenklich.
Präparate:
2. Zinksulfat: Zink hemmt die Virusvermehrung in der Frühphase der Erkrankung. Zudem wird das Eindringen der Viren in die Wirtszelle verhindert und die Wundheilung gefördert. Zahlreiche körpereigene Enzyme benötigen Zink als Cofaktor, weshalb die Anwendung zinkhaltiger Präparate äußerst sinnvoll ist.
Präparate:
3. m-Docosanol: Dieser Wirkstoff verhindert das Eindringen der Viren in die Wirtzelle. Daher ist die Anwendung nur im Frühstadium der Erkrankung (vor der Bläschenbildung) erfolgreich und sollte dann bis zur vollständigen Abheilung erfolgen.
Präparate:
4. Melisse: Die Melisse verhindert das Eindringen der Viren in die Wirtszelle und hemmt deren Vermehrung.
Präparate:
5. Lysin: Herpes Viren benötigen die Aminosäure Arginin zur Vermehrung. Die Aminosäure Lysin ist der natürliche Gegenspieler des Arginins und fördert dessen  Ausscheidung über die Niere. Dadurch steht den Viren weniger Arginin zur Verfügung, weshalb die Vermehrung der Viren eingedämmt wird. 
Präparate:
6. Herpespflaster: Die Pflaster dienen zur Abdeckung der Wunde und verhindern folglich eine Verbreitung der Viren. Zudem erreicht man mit der Abdeckung ein feuchtes Wundklima, wodurch die Wundheilung unterstützt wird. 
Präparate:
Zusatzhinweise:
Die entsprechenden Salben sollten sofort beim Auftreten der ersten Symptome angewendet (vorzugsweise mit Wattestäbchen) werden, um den Krankheitsverlauf zu verkürzen. Nach dem Kontakt der Hände mit der Wunde, sind diese ordentlich zu reinigen . 
Potentielle Auslöser sollten vermieden werden (Stress etc.). Geeignete Sonnenschutzpräparate bei starker Sonneneinstrahlung anwenden (UVB-Schutz ist entscheidend). Bei hoher Infektanfälligkeit evtl. Präparate zur Stärkung des Immunsystems einnehmen. Wenn die Symptomatik stark ausgeprägt ist, sollte evtl. zur Vermeidung einer bakteriellen Superinfektion ein lokales Antibiotikum (                  ) erwogen werden.
Wer eine Homöopathische Alternative sucht kann einen Therapieversuch mit                                               einleiten.
Allgemein:
Lippenherpes (Herpes labialis) ist eine durch das Herpes simplex Virus Typ 1 ausgelöste Erkrankung. Herpes Simplex gehört wie das Herpes Zoster Virus (Auslöser der Windpocken) zu der Subfamilie der Alphavirinae, welche nach der Ansteckung in den Nerven verweilen können. Daher kann ein akuter Ausbruch auch zu starken Nervenschmerzen und Fieber führen.  Die Erstinfektion mit den Viren erfolgt meist vor dem fünften Lebensjahr.
Der Verlauf des Lippenherpes lässt sich in verschiedene Phasen einteilen. Im Frühstadium der Erkrankung verursacht das Virus meist Schmerzen, Kribbeln oder ein Spannungsgefühl. Darauf folgt eine Bläschenbildung auf den Lippen oder dem umliegenden Gewebe. Das Sekret innerhalb der Bläschen ist hochinfektiös, weshalb das Küssen o.ä. vermieden werden sollte. Meist öffnen sich die Bläschen von selbst, verkrusten anschließend und heilen zunehmend ab. 
Da das Virus im Körper bzw. in den Nerven verbleibt, kann jederzeit ein erneuter Ausbruch erfolgen. Dabei führen v.a. Stresssituationen, Hormonschwankungen, Ekel und ein angeschlagenes Immunsystem (z.B. nach einer Erkältung) zu einer erhöhten Rezidivgefahr. Auch übermäßige Sonnenbestrahlung fördert den erneuten Ausbruch, weil die UVB-Strahlung das Immunsystem negativ beeinträchtigen kann.
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