Haarausfall

Symptome:

diffuse Alopezie: Ausdünnung der Haare im gesamten Kopfbereich

androgenetische Alopezie: beim Mann übermäßiger Haarverlust im Bereich des Hinterkopfes (Tonsur) oder der Stirn (Geheimratsecken)

bei der Frau: Ausdünnung des Scheitelbereichs

Wann zum Arzt?
​Bei kreisrundem Haarausfall sollte bei unbekannter Ursache immer ein Arzt aufgesucht werden. Erblich bedingte Alopezie ist ebenfalls abklärungsbedürftig. Übermäßiger Haarausfall, in Verbindung mit weiteren Erkrankungen oder Schwangerschaft, bedarf auch der ärztlichen Konsultation.
Therapie:
Diffuse Alopezie: Der Therapieansatz bei Mineralstoffmangel bedingter Alopezie besteht in der Zufuhr der entsprechenden Mineralstoffe
1. B-Vitamine und Aminosäuren: Diese Präparate stellen die Ausgangstoffe zur Haarsynthese bereit und dienen zur Unterstützung des Haarwachstums bei entsprechenden Mangelzuständen.
Präparate:
 
2. Eisen/Zink: Eisen und Zink sind wichtige Mineralstoffe für Haarwachstum. Ein Eisenmangel sollte immer ärztlich diagnostiziert werden, da eine dauerhafte unnötige Eiseneinnahme zur Bildung von Radikalen führen und somit ernsthafte Folgeerkrankungen auslösen kann. Bei nachgewiesenem Eisenmangel wird eine Eiseneinnahme von mindestens 3 Monaten empfohlen. 
Auch ein Zinkmangel sollte ärztlich diagnostiziert worden sein. Bei einem Zinkmangel soll eine Zinkeinnahme über 6 Monate erfolgen, wobei eine tägliche Gesamtaufnahme von 15 mg Zink empfohlen wird. Sowohl bei Zink- als auch bei Eiseneinnahme sind Wechselwirkungen mit einigen Arzneimittel zu beachten (z.B. L-Thyroxin, Tetrazyklin-Antibiotika, Colestyramin). Diese Wechselwirkungen können durch einen Einnahmeabstand von 2 Stunden umgangen werden.
Präparate:
Androgenetische Alopezie:
 
1. Minoxidil: Der Arzneistoff wurde ursprünglich zur Blutdrucksenkung entwickelt. Dabei fiel auf, dass sich unter der Einnahme des Medikaments, das Haarwachstum erhöhte. Daher wird dieser Wirkstoff heute bei Haarausfall angewendet. Bei Männern erfolgt die Anwendung als 5%ige und bei Frauen als 2%ige Lösung. Die Lösung oder der Schaum wird direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Aktuelle Studien belegen, dass nach 6-monatiger Anwendung die Haarfülle und -dichte deutlich zunimmt. Als Nebenwirkung kann ein leichter Blutdruckabfall auftreten
Präparate:
2.17-α-Estradiol: Dieser Wirkstoff ist ein Abkömmling des weiblichen Sexualhormons (Estrogen) und verhindert die Bildung von Dihydrotestosteron, welches für den Haarausfall verantwortlich ist. Die Anwendung erfolgt bevorzugt bei Frauen, aber Männer können diese Präparate prinzipiell auch anwenden, da das 17-α-Estradiol kaum Einfluss auf die Sexualfunktion hat. Kinder unter 18 und Schwangere sollten diese Präparate nicht anwenden. Die maximale Anwendungsdauer der Selbstmedikation beträgt 1 Jahr.
Präparate:
Zusatzhinweise:
Bei Schwangeren und Stillenden kommt es infolge der Hormonumstellung häufiger zu Haarausfall. In diesen Fällen ist meist keine intensivere Therapie nötig. Eventuell kann Einnahme von B-Vitaminen Linderung verschaffen.
Übermäßige Belastungen des Kopfhaares (z.B. heißer Fön, Dauerwelle, Zöpfe, Knoten, Lockenwickler) sind zu vermeiden.
Die Verwendung eines milden Shampoos (z.B. SebaMed® Every Day Shampoo) ist empfehlenswert.
Auf eine abwechslungsreiche und v.a. vitamin- und proteinreiche Ernährung sollte geachtet werden.
Bei Frauen im gebärfähigem Alter kann der Wechsel der Pille zu einer Symptomreduktion führen.
 
Da Stress u.a. auch zu Haarausfall führen kann, ist auf eine ausgeglichene Lebensführung zu achten. Zur zusätzlichen Stärkung des Haarwachstums können regelmäßig Vichy® Dercos®- Produkte angewendet werden.
Als Homöopathische Alternative bei allen Formen des Haarausfalls eignet sich                    (Schüssler Salz 11)

Allgemein:

Als Haarausfall oder Alopezie wird die Abnahme des Terminalhaares verstanden. Terminalhaare sind kräftige und pigmentierte Haare (z.B. Bart-, Scham-, Kopf-, Achsel- und Augenbrauenhaare). Das Wachstum und die Ausprägung des Terminalhaares sind abhängig vom Alter und Geschlecht. Unter dem Einfluss von Testosteron entwickelt sich eine ausgeprägtere Behaarung, weshalb Männer u.a. auch ein weitaus stärkeres Bartwachstum haben. 

Ein Haarverlust von 100 Haaren am Tag ist physiologisch normal. Zur Ausdünnung der Haare kommt es erst bei einem Ausfall von über 100 Haaren pro Tag. Der Haarausfall kann angeboren, erworben, diffus, herdförmig (kreisrunder Haarausfall) oder total sein. Die Selbstmedikation ist nur bei diffuser oder androgenetischer Alopezie sinnvoll.

Dabei versteht man unter diffuser Alopezie  eine allgemeine Ausdünnung der Haare. Ursachen dieser Form des Haarausfalls sind v.a. bestimmte Grunderkrankungen (z.B. Diabetes, Infektionen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Hypohysenstörungen),  Mineralstoffmangel oder bestimmte Arzneimittel (z.B. Krebsmedikamente/Zytostatika, Cholesterinsenker, Betablocker, ACE-Hemmer, Antidepressiva).

Die androgenetische Alopezie (Androgen = männliches Sexualhormon/Testosteron bzw. Dihydrotestosteron)  beschreibt u.a. den typischen männlichen Haarausfall, darunter: Haarausfall des Hinterkopfs (Tonsur), und/oder des Stirnbereichs (Geheimratsecken). Bei Frauen ist v.a. der Scheitelbereich betroffen.  

Alopezie, Haarausfall, Effluvium, diffuse Alopezie, androgenetische Alopezie