Erbrechen

 
Symptome:  
Lebensmittelvergiftungen Übelkeit, Durchfall und  Erbrechen treten meistens nach der Zufuhr verdorbener Lebensmittel auf. Die Symptome klingen meist von allein wieder ab.
Akute Magen-Darm-Entzündung: Plötzlich einsetzende Übelkeit/Erbrechen in Verbindung mit Krämpfen im Bauchbereich und Durchfällen. Eventuell kann es zu einem Anstieg der Körpertemperatur kommen. Durch Flüssigkeits- und Elektrolytverluste entsteht ein starkes Schwächegefühl.
Nervöses Erbrechen: Übelkeit und Erbrechen werden durch starke Angstgefühle oder Stress ausgelöst.
 
Wann zum Arzt ?: 
Wenn die Beschwerden länger als zwei Tage anhalten oder häufiger als 4 Mal pro Tag erbrochen wurde, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Bei Fieber (>39°C), plötzlichem Erbrechen ohne vorherige Übelkeit, blutigen Stühlen oder Auswürfen, kolikartigen Schmerzen (Krämpfen),  starken Kopfschmerzen bzw. Kindern unter 2 Jahren, ist zwingend ein Arzt aufzusuchen.
Auch bei häufig wiederkehrender Symptomatik ist der Gang zum Arzt angebracht.
 
 
Therapie: 
Lebensmittelvergiftung und Akute Magen-Darm-Entzündungen
Das oberste Therapieziel besteht in der Rehydratation, also der Zufuhr von Wasser und Elektrolyten.
 
1. Flüssigkeits - und Elektrolytersatz: Diese Präparate enthalten die notwendigen Elektrolyte und beugen somit Schwächegefühlen vor. In Abhängigkeit von der Häufigkeit und Intensität des Erbrechens, kann eine mehrfache Gabe notwendig sein. Sie können auch zur Vorbeugung eines, durch Alkohol bedingten, "Katers" eingesetzt werden. Patienten, die unter einer Nieren- oder Herzinsuffizienz leiden, sollten von diesen Präparaten Abstand nehmen.
Präparate:
2. H1-Antihistaminika: Der Brechreiz wird u.a. Histamin vermittelt im Stammhirn ausgelöst bzw. weitergeleitet. Daher eignen sich Antihistaminika gut um diese Reizweiterleitung zu durchbrechen. Die Wirkung dieser Präparate setzt nach ca. 30 Minuten ein. Bei besonders ausgeprägter Symptomatik sollten eher Suppositorien (Zäpfchen) eingesetzt werden. Patienten, die über 60 Jahre alt sind, Prostataprobleme oder ein Engwinkelglaukom haben, sollten diese Präparate meiden.
Präparate:
2. Ingwer: Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe des Ingwers sind die Scharfstoffe (Gingerole und Shoagole). Sie entfalten ihre Wirkung durch Interaktion mit dem Serotoninrezeptor (5HT3) und muskarinergen Rezeptoren.
Die Anwendung kann bei anhaltender Übelkeit als Tee erfolgen (1,5 g geschältes Ingwerrhizom mit 150 mL kochendem Wasser übergießen).
Ingwer hat sich mittlerweile als effektive Behandlungsoption für Schwangere (bei Hyperemesis gravidarum) erwiesen, wobei die Einnahme jedoch mit dem Frauenarzt abgesprochen werden sollte. Hierbei hat sich eine Dosierung von 3x 250 mg  als optimal herauskristallisiert.
Präparate:
3. Kohle: Medizinische Kohle hat eine große Oberfläche, an der sowohl Giftstoffe, Wasser,  als auch Arzneimittel gut binden können. Um einen optimalen Effekt zu erreichen, müssen mehrmals täglich (3-4 Mal) 1 g Kohle eingenommen werden. Aufgrund der starken Bindung von Wirkstoffen an der Kohle, sollte ein Einnahmeabstand von 2h zu anderen Tabletten erfolgen.
Präparate:
4. Pflanzliche Prokinetika: Hierbei handelt es sich um pflanzliche Arzneimittel, die Übelkeit reduzieren und die Magenfunktion unterstützen. Patienten die unter Gallensteinen oder Lebererkrankungen leiden bzw. diagnostizierte Verengungen im Magen-Darm-Trakt besitzen, sollten diese Arzneimittel nicht einnehmen.
Präparate:
Nervöses Erbrechen
1. Pflanzliche Sedativa: Diese Präparate kommen bei stressbedingtem Erbrechen zum Einsatz und führen zu einer Senkung der Unruhezustände und folglich zu einer Abnahme des Übelkeit. Wichtig ist, dass dies Arzneimittel regelmäßig eingenommen werden müssen, da der maximale Wirkeffekt erst nach 2 Wochen einsetzt.
Präparate:
 
 
Zusatzhinweise: 
Lebensmittelvergiftung und akute Magen-Darm-Entzündungen
Möglichst fettfreie Kost, leicht verdauliche Speisen, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, kohlensäurehaltige Getränke meiden, blähende Speisen meiden, warme Bauchauflagen.
Als Homöopathische Alternative eignen sich 
Nervöses Erbrechen
Entspannungsübungen, evtl. psychotherapeutische Hilfe, bei Bedarf Flüssigkeits- und Elektrolytersatz
 
Als Homöopathische Alternative eignen sich 
 
 
 
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Allgemein: 
Erbrechen wird meist begleitet durch starke Übelkeit und führt schließlich zur Entleerung des Magen- bzw. Speiseröhreninhalts über den Mund. Grundsätzlich erfüllt das Erbrechen eine Schutzreaktion des Körpers, wobei schädliche Substanzen möglichst schnell und unter Umgehung des Darms, aus dem Inneren des Körpers transportiert werden sollen. Über spezielle Rezeptoren des Magen-Darm-Traktes und des Stammhirns kommt es zur Auslösung des Brechreizes. Die Gründe für das Erbrechen sind vielfältig. Neben der Aufnahme verdorbener Nahrung oder Genussmittel (Alkohol, Nicotin), können u.a. Migräne, Stress, Schäden des Innenohrs bzw. Gehirns oder der Augen, häufiger Lagewechsel (Reisekrankheit), eine Überdosis an Medikamenten oder Infektionen ursächlich für das Erbrechen sein. Auch eine Schwangerschaft kann durch Übelkeit und Erbrechen begleitet werden.
Für die Selbstmedikation werden drei Auslöser des Erbrechens unterschieden. 
Darunter zählen Lebensmittelvergiftungen (Nahrungsmittelunverträglichkeit),  akute Magen-Darm-Entzündung und nervöses Erbrechen.
Die Behandlung dieser drei Arten wird in diesem Artikel genauer erläutert
Achtung: Bei ausgeprägter Symptomatik ist die Wirkung von anderen Medikamenten evtl. nicht mehr gegeben (z.B. Wirkungsverlust der "Pille")

© 2018  by Pharmoos

 

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